Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich mit einem gemeinsamen Antrag für besseren Gesundheitsschutz und mehr Suchtprävention im Hamburger Justizvollzug ein. Bereits bestehende Maßnahmen, darunter Suchtkrankenhilfe sowie das Screening auf Infektionskrankheiten, sollen in einem neuen Gesamtkonzept gebündelt werden, um die Versorgung innerhalb und außerhalb der Haftanstalten weiter anzugleichen. Darüber hinaus sollen den beteiligten Akteuren Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung von Beratung, Behandlung und Prävention aufgezeigt werden. Die Hamburgische Bürgerschafft stimmt in ihrer nächsten Sitzung am 10. April über den rot-grünen Antrag ab.
Dazu Lena Zagst, justizpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der Grünen Fraktion Hamburg: „Der Justizvollzug als geschlossenes System stellt die Gesundheitsversorgung vor besondere Herausforderungen. Das gilt zum Beispiel für den Umgang mit Infektionskrankheiten, aber auch Suchterkrankungen. Die Hamburger Haftanstalten haben damit einhergehende Anforderungen seit langem fest im Blick und gewährleisten so eine gute Versorgung in Haft. Eine umfassende ärztliche Beratung existiert bereits, auch Impfungen werden angeboten und von Fachpersonal begleitet. Mit unserem Antrag wollen wir nun einen weiteren wichtigen Schritt gehen und das bisherige System an entscheidenden Stellen ausbauen: Ein neues Gesamtkonzept soll bisherige Maßnahmen und Ansätze zusammenfassen und so eine umfassende Analyse ermöglichen. Auf diese Weise erhalten wir wichtige Erkenntnisse darüber, an welchen Stellen weitere Verbesserungen nötig sind, vor allem im Vergleich zur Versorgung außerhalb der Haftanstalten. Unser Ziel ist es, dass alle Gefangenen eine würdige Versorgung im Vollzug erhalten und für die Zeit nach der Haft vorbereitet sind.“
Dazu Urs Tabbert, justizpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Gesundheit ist ein Menschenrecht –auch hinter Gittern. Bereits bei der ersten Untersuchung im Gefängnis wird für die Inhaftierten mittels einer detaillierten Anamnese ein individuelles Risikoprofil erstellt, um eine angemessene medizinische Versorgung auf engstem Raum zu ermöglichen. Mit einem neuen Gesamtkonzept wollen wir die Gesundheitsversorgungim Justizvollzug vereinheitlichen und weiter optimieren. Eine kontinuierliche Betreuung und Unterstützung während der Haft, verbessert nach der Entlassung die Lebensqualität und mindert die Rückfallgefahr. Das neue Konzept soll ein besonderes Augenmerk auf die Unterstützung der Suchtkrankenhilfe, psychische und psychiatrische Versorgung sowie Infektionskrankheiten legen. Wenn das gelingt, kann die umfassende Gesundheitsversorgung im Strafvollzug mittelfristig ganz Hamburg zugutekommen, denn die Gesundheitsversorgung ist mitentscheidend für einen reibungslosen Übergang von der Haft in die Freiheit.“


Neuste Artikel
Fraktionsvorstand
Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 – Imhof: „Eine gute Entwicklung – aber kein Grund, nachzulassen“
Die heute veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt, dass sich der Trend der letzten Jahre fortsetzt: Die Kriminalität ist insgesamt rückläufig, insbesondere im Bereich der Gewaltkriminalität. Zugleich machen die Zahlen zu sexualisierter Gewalt sowie die aktuelle bundesweite Dunkelfeldstudie deutlich, dass ein Teil von Gewalterfahrungen nicht statistisch erfasst wird. Für uns Grüne ist klar: Der Trend ist…
Fraktionsvorstand
Aktuelle Stunde zum Todesfall in Wandsbek – Imhof: „Echte Lösungen statt populistischer Stimmungsmache“
Die heutige Aktuelle Stunde steht im Zeichen des schrecklichen Todesfalls am Bahnhof Wandsbek Markt, der die Stadt erschüttert. Die Abgeordneten der Grünen Fraktion sprechen den Angehörigen und Hinterbliebenen ihr tiefes Mitgefühl aus. Zugleich treten sie der politischen Instrumentalisierung durch AfD und CDU aktiv entgegen, die Angst und Verunsicherung bewusst schüren. Dazu Sina Imhof, Vorsitzende der…
Mitglied des Fraktionsvorstands
Engels: „Dobrindts Entscheidung ist kurzsichtig und kontraproduktiv“
Sprache ist der zentrale Schlüssel für eine gelingende Integration. Die Grüne Fraktion weist vor diesem Hintergrund die Entscheidung des Bundesinnenministers, Integrationskurse für Asylbewerber*innen, Geduldete, Menschen aus der Ukraine und EU-Bürger*innen zu sperren, entschieden zurück. Damit würde ausgerechnet in einer Phase, in der Menschen auf schnelle Integration angewiesen sind, der Zugang zu Sprach- und Integrationskursen massiv…
Ähnliche Artikel
Justiz
Bei häuslicher Gewalt – Einfacherer Ausstieg aus dem gemeinsamen Mietvertrag
Der gemeinsame Mietvertrag bedeutet für Betroffene von häuslicher Gewalt zusätzliches Leid: Sie bleiben häufig auch nach dem Auszug abhängig von ihren gewalttätigen Partnern und müssen langwierige Gerichtsverfahren durchstehen. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich deshalb für einen einfacheren Ausstieg aus gemeinsamen Mietverträgen in Fällen häuslicher Gewalt ein. Betroffenen wird so ein klarer Neuanfang…
Justiz
Investieren in ein starkes Hamburg von morgen – Rot-Grün stärkt Justiz, Verbraucher- und Tierschutz
Im Rahmen des Doppelhaushalts 2025/26 setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen für die nachhaltige Stärkung des Hamburger Rechtsstaats, des Verbraucherschutzes und des Tierschutzes ein. Der kostenlose Examens-Crashkurs für angehende Jurist*innen wird fortgeführt und die Digitalisierung der Verbraucherzentrale Hamburg weiter ausgebaut. Darüber hinaus werden zusätzliche Mittel in Höhe von jährlich 2,5 Millionen Euro für…
Justiz
28 neue Stellen für die Staatsanwaltschaften – Zagst: „Eine starke Justiz ist elementar für das Vertrauen in unseren Rechtsstaat“
In den kommenden beiden Jahren werden bei den Hamburger Staatsanwaltschaften 28 neue unbefristete Stellen geschaffen. Dieser Personalausbau sorgt vor allem dort für Entlastung, wo es zuletzt zu deutlich mehr Verfahren kam, etwa bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Wirtschaftskriminalität, Drogendelikten und Kinderpornografie. Durch eine gut aufgestellte Justiz und effektive Strafverfolgung wird das Vertrauen in den…