Der Naturschutzbund Nabu hat heute die Volksinitiative „Hamburgs Grün erhalten“ angemeldet. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion unterstützt die Zielrichtung, Hamburg als grüne Großstadt zu erhalten. Dennoch muss mit Blick auf den Wohnungsbau ein genauer Abwägungsprozess stattfinden.
Dazu Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Klar ist, dass wir als Güne mit dem Nabu übereinstimmen, Hamburg als grüne Großstadt zu erhalten und zu entwickeln. Deswegen haben wir auch drei große neue Naturschutzgebiete eingerichtet und den Naturcent als zusätzliche Einnahmequelle für mehr Grün installiert. Mit dem kürzlich vorgestellten Projekt ‚Natürlich. Hamburg‘ bringen wir Parks und Naturschutz dichter zusammen und holen die Natur in die Stadt zurück. Mit Blick auf den Wohnungsbau ist unsere Linie klar: Es geht vorrangig um die Nachverdichtung im Innenstadtbereich und nicht auf der grünen Wiese. Deswegen haben wir dafür gesorgt, dass Hamburg mit dem Sprung über die Elbe auf den Grasbrook in der inneren Stadt wächst und dabei sogar Flächen in einem großen Umfang entsiegeln wird. Allerdings müssen wir mit Blick auf den stetigen Zuzug von neuen Bürgerinnen und Bürgern auch darauf achten, dass es bei der Schaffung von Wohnraum um Abwägungsprozesse geht – vor allem was günstigen Wohnraum betrifft. Diese Abwägungsprozesse sind für eine kluge Stadt- und Grünflächenentwicklung unabdingbar.“
Dazu Ulrike Sparr, umweltpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die Diskussion über das Stadtgrün ist wichtig und richtig. Hamburg ist sich seiner Verantwortung in diesem Bereich bewusst und bleibt nicht tatenlos. So haben wir im vergangenen Jahr neue Naturschutzgebiete eingerichtet und mit dem Naturcent ein zusätzliches Finanzierungsinstrument eingeführt. Auch mit dem neuen und langjährig angelegten Projekt ‚Natürlich Hamburg!‘ wird viel für die naturnahe Fortentwicklung unseres Grüns getan.
Das Thema Flächenschutz reicht jedoch weit über Hamburg hinaus. Denn auch im Speckgürtel und weiten Teilen der Metropolregion steigen die Einwohnerzahlen und Flächen werden versiegelt. Es ist also nur begrenzt sinnvoll zu sagen, die Menschen sollen doch ins Umland ziehen. Das Grundproblem scheint mir vielmehr zu sein, dass eine verhängnisvolle negative Dynamik in den Flächenländern entstanden ist. Arbeitsplatzverluste und Vernachlässigung der Infrastruktur haben dazu geführt, dass immer mehr Menschen in die Städte ziehen. Damit wächst der Druck auf die Flächen und das Grün. Mit innerstädtischer Nachverdichtung lässt sich dieser teilweise auffangen, aber auch das stößt oft auf Kritik der bereits Ansässigen. Umgekehrt kann in einigen ländlichen Bereichen kaum noch eine sinnvolle Infrastruktur für Verkehr, Gesundheit, Bildung, Kultur aufrechterhalten werden, was zu weiteren Fortzügen führt. Was wir brauchen, ist eine ganzheitliche Diskussion in der gesamten Republik und wahrscheinlich auch Hilfen für die Flächenländer, um die Attraktivität ihrer Regionen wieder zu erhöhen. Diese Diskussion ist nun eröffnet.“


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