Um das jüngst verabschiedete Hamburgische Resozialisierungs- und Opferhilfegesetz (HmbResOG) umzusetzen, hat der rot-grüne Senat umfangreiche Stellenhebungen zugunsten des Justizvollzugs beschlossen (siehe Drucksache 21/14634). Diese ergeben sich aus den erhöhten Anforderungen an Justizvollzugsbedienstete, die sich um den gesetzlich verankerten Anspruch auf ein Übergangsmanagement für Haftentlassene kümmern. Dafür sollen bis 2021 mehr als eine Million Euro aufgewendet werden.
Dazu Carola Timm, justizpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die geplanten 33 Stellenhebungen im Justizvollzug sind ein wichtiger und richtiger Schritt. Wie gut das Übergangsmanagement für Haftentlassene funktioniert, steht und fällt mit dem Engagement der Vollzugsbediensteten. Ihre verantwortungsvolle Funktion als Schnittstelle zwischen den Gefangenen einerseits und externen Trägern wie der Straffälligen- oder Bewährungshilfe andererseits fordert ihnen täglich ein besonderes Maß an Initiative, Eigenverantwortung und Belastbarkeit ab – und das bei einem ohnehin schweren Justizvollzugsalltag. Sie leisten damit einen essentiellen Beitrag für mehr gesellschaftliche Sicherheit, den es zu honorieren gilt. Darüber hinaus steigern die Stellenhebungen die Berufsattraktivität, die angesichts hoher Altersabgänge die Rekrutierung von dringend benötigten Nachwuchskräften begünstigt.“
Hintergrund: Um die Rückfallquote ehemaliger Straftäterinnen und Straftäter zu verringern, sieht das HmbResOG zugunsten der Betroffenen bundesweit erstmalig die Möglichkeit vor, sechs Monate vor Haftentlassung ein individuelles Eingliederungskonzept anzufordern. Dieses stellt jeweils ein mit zahlreichen Behörden und externen Trägern abgestimmtes ambulantes Hilfsprogramm für die ersten sechs Monate in Freiheit dar, das existenzielle Maßnahmen für den Wiedereinstieg ins gesellschaftliche Leben ergreift. Der Senatsbeschluss begründet die vorgesehenen Stellenhebungen mit dem dadurch entstandenen Anforderungsanstieg des betroffenen Justizvollzugspersonals. Damit Straffällige das gesetzlich verankerte Hilfsangebot überhaupt wahrnehmen, bedarf es besonderer Betreuungs- und Motivationsleistungen von Bediensteten des allgemeinen Vollzugsdienstes sowie Steuerungsmaßnahmen der Vollzugsabteilungsleitungen. Darüber hinaus umfasst das Übergangsmanagement jeweils ein anspruchsvolles da zuständigkeitsübergreifendes Abstimmungsprozedere durch die Justizvollzugsbediensteten.
Die Höhe der Besoldung lässt sich dem Hamburgischen Besoldungsgesetz entnehmen.


Neuste Artikel
Kultur
Sanierungsfonds – Hamburg unterstützt Modernisierung des KL!CK Kindermuseums in Osdorf
Seit mehr als 20 Jahren leistet das KL!CK Kindermuseum in Osdorf einen Beitrag für die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen. Um diese wichtige Arbeit zu erhalten und auszubauen, wollen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen die Modernisierung der Ausstellungsflächen und die Neukonzeption der museumspädagogischen Vermittlungsangebote mit bis zu 83.000 Euro aus dem Sanierungsfonds Hamburg…
Gesundheit
Long Covid und ME/CFS – Neues Stufenmodell soll Versorgung von PAIS-Betroffenen verbessern
Menschen mit Long Covid, ME/CFS und anderen Formen des Post Acute Infection Syndrome (PAIS) finden häufig keine bedarfsgerechte medizinische Versorgung. Um diese Versorgungslücke anzugehen, setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen in einem gemeinsamen Antrag für ein dreistufiges ambulantes Versorgungsmodell am UKE ein. Ziel ist ein schnellerer Zugang zu spezialisierter Diagnostik und Therapie sowie…
Hamburgs GRÜNE und Ricarda Lang bei CSD-Demo 2026: Jetzt erst recht – Haltung zeigen für eine Zukunft ohne Angst!
Auch in diesem Jahr beteiligen sich die GRÜNEN Hamburg mit einem eigenen Wagen an der großen Demonstration zum CSD (Christopher Street Day). Die Demo am Samstag, 01. August, mit dem Motto „Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!“ bildet den Höhepunkt der Hamburger Pride Week. Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner…
Ähnliche Artikel
Justiz
Sexuelle Selbstbestimmung – Zagst: Bundesrat sendet starkes Signal für besseren Schutz vor sexualisierter und patriarchaler Gewalt
Der Bundesrat hat heute den Bundesratsinitiativen für ein konsensbasiertes Sexualstrafrecht nach dem Grundsatz „Nur Ja heißt Ja“ sowie für die stärkere Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Motive bei Tötungsdelikten zugestimmt. Die Grüne Fraktion Hamburg begrüßt diese Entscheidungen außerordentlich und sieht darin ein wichtiges Signal für einen besseren Schutz vor sexualisierter und patriarchaler Gewalt. Dazu Lena Zagst, rechtspolitische Sprecherin der…
Justiz
Bei häuslicher Gewalt – Einfacherer Ausstieg aus dem gemeinsamen Mietvertrag
Der gemeinsame Mietvertrag bedeutet für Betroffene von häuslicher Gewalt zusätzliches Leid: Sie bleiben häufig auch nach dem Auszug abhängig von ihren gewalttätigen Partnern und müssen langwierige Gerichtsverfahren durchstehen. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich deshalb für einen einfacheren Ausstieg aus gemeinsamen Mietverträgen in Fällen häuslicher Gewalt ein. Betroffenen wird so ein klarer Neuanfang…
Justiz
Investieren in ein starkes Hamburg von morgen – Rot-Grün stärkt Justiz, Verbraucher- und Tierschutz
Im Rahmen des Doppelhaushalts 2025/26 setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen für die nachhaltige Stärkung des Hamburger Rechtsstaats, des Verbraucherschutzes und des Tierschutzes ein. Der kostenlose Examens-Crashkurs für angehende Jurist*innen wird fortgeführt und die Digitalisierung der Verbraucherzentrale Hamburg weiter ausgebaut. Darüber hinaus werden zusätzliche Mittel in Höhe von jährlich 2,5 Millionen Euro für…