Erneut wird es am 1. Mai keine großen Kundgebungen und Demonstrationen geben können. Es bleibt jedoch wichtig am Tag der Arbeit, der dieses Jahr unter dem Motto „Solidarität ist Zukunft“ steht, ein Zeichen zu setzen. Denn vor allem Menschen in systemrelevanten und sozialen Berufen – viele davon Frauen – brauchen dringend bessere Gehälter und Arbeitsbedingungen. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion macht sich dafür stark, dass prekäre, nicht abgesicherte Jobs endlich der Vergangenheit angehören.
Dazu Filiz Demirel, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Wir werden als Gesellschaft nur dann gestärkt aus dieser Krise hervorgehen, wenn der Arbeitsmarkt gerechter gestaltet wird. Die Corona-Pandemie wirkt wie ein Brennglas für soziale und arbeitsmarktpolitische Probleme. Das vergangene Jahr hat deutlich gemacht: Die Corona-Krise verstärkt bestehende soziale Ungleichheiten – zwischen Tarifbeschäftigten und Prekär-Beschäftigten, zwischen den Geschlechtern, zwischen Arm und Reich.
Je stärker unsere Gesellschaft und die Wirtschaft vom Virus ausgebremst werden, umso deutlicher zeigt sich, wie unverzichtbar viele berufliche Tätigkeiten sind. Zwar stieg die Anerkennung für die ‚Held*innen des Alltags‘, mittel- und langfristig müssen jedoch Löhne und Arbeitsbedingungen auch mit Tarifverträgen nachhaltig verbessert werden. Dazu gehört ein hundertprozentiger Arbeitsschutz – ganz gleich, ob im Home-Office oder vor Ort gearbeitet wird.
Es gilt jetzt mehr denn je, die Arbeitswelt gerechter, nachhaltiger und inklusiver zu gestalten. Gerade in dieser Krisenzeit müssen wir Qualifizierung und Weiterbildung vorantreiben. Die Zeit der Kurzarbeit sollte genutzt werden, um Weiterqualifizierung für Mitarbeitende zu ermöglichen.
In allen von der Stadt beeinflussbaren Bereichen müssen die Prinzipien von ‚Guter Arbeit‘ gewährleistet werden. Dafür brauchen wir starke Gewerkschaften, mit denen wir uns gemeinsam solidarisch für soziale Teilhabe, faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen einsetzen. Der soziale Zusammenhalt in dieser Stadt darf nicht gefährdet werden. Diese Krise ist nur solidarisch zu meistern. Ebenso müssen wir die antidemokratischen, spalterischen Bewegungen in ihre Schranken verweisen, die versuchen, den 1. Mai für sich zu vereinnahmen.“


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