Das Dialoghaus Hamburg in der Speicherstadt wird umfangreich modernisiert und um eine neue Dauerausstellung erweitert. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen unterstützen dieses Vorhaben mit einer Initiative zur nächsten Bürgerschaftssitzung. Neben den beiden bisherigen Dauerausstellungen „Dialog im Dunkeln“ (Blindheit) und „Dialog im Stillen“ (Gehörlosigkeit) widmet sich das neue Projekt dem Thema Alter. Im „Dialog mit der Zeit“ sollen die Besucherinnen und Besucher sowohl kommunikativ als auch interaktiv in Szenen des Alters versetzt und dabei von älteren Menschen begleitet werden. Die Ausstellung wurde bereits in Frankfurt, Berlin, Bern und Helsinki mit großem Erfolg gezeigt. Rund 30 ältere Menschen über 70 werden die Besucherinnen und Besucher als Expertinnen und Experten in eigener Sache durch die neue Ausstellung führen. Im Zuge der geplanten Erweiterung des Ausstellungsangebots im ersten Stock sind darüber hinaus weitere Umbauarbeiten und Modernisierungen in dem denkmalgeschützten Gebäude erforderlich. So soll unter anderem das Foyer barrierefrei und besucherfreundlich umgestaltet werden. Auf Antrag von Rot-Grün sollen diese Maßnahmen aus Mitteln des Sanierungsfonds mit 530.000 Euro unterstützt werden. Für die Ausstellung selbst plant die Dialoghaus Hamburg gGmbH mit Kosten in Höhe von 715.000 Euro. Dieser Finanzbedarf wird aus Eigenmitteln und Stiftungsmitteln selbst getragen.
Dazu Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Wer schon einmal die Ausstellungen ‚Dialog im Dunkeln‘ oder ‚Dialog im Stillen‘ besucht und sich auf diese interaktiven Erkundungen eingelassen hat, weiß, dass dies den persönlichen Horizont erweitert. Genauso wird der ‚Dialog mit der Zeit‘ für das Thema Altern wirken. Die Ausstellung war bereits in Frankfurt, Berlin, Helsinki und Bern erfolgreich und wird auch hier in Hamburg die Besucherinnen und Besucher erstaunen und ihr Gefühl für das Altern verändern.“
Dazu Christiane Blömeke, Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion für Senioren und Seniorinnen: „Älter werden heißt, das Leben mit anderen Augen zu sehen: Es wird facettenreicher, aber auch beschwerlicher. Besonders für jüngere Generationen ist es oft schwierig, sich das Leben im Alter vorzustellen. Die inzwischen dritte Ausstellung im Dialoghaus macht das Altern für alle Generationen erlebbar. Sie schafft Verständnis und kann zu einem gesellschaftlichen Wandel beitragen. Ich war bereits begeistert vom ‚Dialog im Dunkeln‘ und ‚Dialog im Stillen‘, die jetzt vom ‚Dialog mit der Zeit‘ ergänzt werden. Wir sind froh, dieses Projekt zu unterstützen und freuen uns über die Erweiterung eines wichtigen Lernortes. Persönlich freut mich besonders, dass die Führungen von Seniorinnen und Senioren besonders authentisch sein werden und dabei noch 30 Arbeitsplätze entstehen.“
Dazu Andreas Dressel, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Das Dialoghaus leistet seit vielen Jahren herausragende Arbeit und einen unschätzbaren Beitrag für das Verständnis von Inklusion in Hamburg. In den Ausstellungen kann konkret erlebt und erfahren werden, welche Stärken Menschen mit vermeintlichen Behinderungen haben und wie bereichernd auch für die eigene Sinneswahrnehmung ein Perspektivwechsel sein kann. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir mit dem Sanierungsfonds einen Beitrag leisten können, um diese Hamburger Institution am bewährten Standort in der Speicherstadt weiterzuentwickeln.“
Dazu Sylvia Wowretzko, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Die neue, dritte Dauerausstellung ‚Dialog der Zeit‘ greift ein wichtiges gesellschaftliches Thema auf und ist eine Einladung an jeden, sich mit den Fragen des Älterwerdens auseinanderzusetzen. Im wahrsten Sinne des Wortes fördert dieses Projekt den generationenübergreifenden Dialog und schärft das Bewusstsein für die unterschiedlichen Perspektiven und Chancen, die sich im Lebensverlauf bieten. Die neue Ausstellung wird auch dabei mithelfen, Vorurteile und Ängste abzubauen, die oftmals mit dem Älterwerden verbunden werden. Sie passt deshalb sehr gut in das inklusive Gesamtkonzept des Dialoghauses. Ich freue mich auf eine echte Bereicherung für unsere Stadt.“
Dazu Elke Theede, Geschäftsführerin Dialoghaus Hamburg gGmbH: „Wir freuen uns sehr über diese Initiative aus der Bürgerschaft und glauben, dass wir mit unseren Ausstellungen perfekt die Inklusionspolitik der Hansestadt Hamburg unterstützen. Wir leben Inklusion ohne erhobenen Zeigefinger, mit Spaß und nachhaltiger Erfahrung.“


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