Nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos hatte Hamburg sich bereit erklärt, bis zu 500 Geflüchtete aufzunehmen – ungeachtet des Königsteiner Schlüssels. Die Bundesregierung sicherte im September die Aufnahme von 1553 Geflüchteten aus 408 Familien aus den griechischen Lagern zu. Davon wird Hamburg jetzt 209 Menschen aufnehmen und zeigt damit – gemessen an der Bevölkerungszahl – das größte Engagement innerhalb der Bundesländer.
Dazu Michael Gwosdz, flüchtlingspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Es ist längst überfällig, dass Deutschland seiner Verantwortung nachkommt und sich bereit erklärt, Geflüchtete aus dem Lager Moria aufzunehmen. Wir haben in Hamburg immer betont, dass wir bereit sind auch über den Königsteiner Schlüssel hinaus Geflüchtete aus dieser Region willkommen zu heißen. Nach den Bränden in Moria und den jetzigen Überflutungen der Zelte im neuen Lager durch Unwetter ist es dringend geboten, die Menschen aus den griechischen Lagern solidarisch auf die einzelnen EU-Staaten zu verteilen. Die bereits im September vereinbarte Aufnahme von 1553 Menschen durch die Bundesregierung ist das Mindeste, was wir als eines der reichsten Industrieländer tun können.
Dass jetzt 209 Menschen mit geklärtem Asylstatus in Hamburg aufgenommen werden, ist nicht nur ein Akt der Menschlichkeit, sondern politisch dringend geboten. Wir kommen damit unserer solidarischen Pflicht nach und können so zumindest diesen Menschen eine neue Lebensperspektive bieten. Dafür gilt es, Ihre Ankunft und den Start in Hamburg bestmöglich vorzubereiten. Wir Grünen kämpfen dennoch weiterhin dafür, auf Bundesebene die Aufnahmebereitschaft zu erhöhen, denn die Lage in Moria und den anderen griechischen Lagern ist und bleibt katastrophal. Wir können noch mehr! Hamburg ist nach wie vor bereit, mehr Menschen aufzunehmen und dafür setzen wir uns ein.“


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