Heute hat der Senat das Projekt „Sustainable Aero Lab“ vorgestellt, das auf internationaler Ebene Gründer*innen, Forscher*innen, Industrie und Investitionen zusammenbringen soll, um die nachhaltige Entwicklung der Luftfahrt voranzubringen. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion begrüßt die Bemühungen, die Luftfahrt zu dekarbonisieren als wichtigen Schritt für effektiven Klimaschutz. Sie drängt jedoch darauf, auch jene klimaschädlichen Effekte von Flugzeugen zu berücksichtigen, die nicht durch Kohlenstoffdioxid verursacht werden. Zwei Drittel aller klimaschädlichen Effekte gehen auf Kondensstreifen, Stickoxide und Ozon zurück und lassen sich nicht allein durch den Ersatz von Kerosin durch Wasserstoff als Brennstoff verhindern. Nur die Verwendung in Brennstoffzellen oder eine direkte Elektrifizierung durch Batterien könnte dies leisten.
Dazu Johannes Müller, Sprecher für Energie, Innovation und Startups der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die Luftfahrtindustrie braucht einen technologischen Neuanfang, um wirklich nachhaltig zu werden. Nun einfach synthetische Kraftstoffe zu verbrennen reicht nicht, denn Kohlenstoffdioxid macht im Luftverkehr nur ein Drittel der Klimawirkung aus. Wir müssen uns folglich auch mit Kondensstreifen und Stickoxiden beschäftigen, die selbst bei Wasserstoffstrahltriebwerken immer noch entstehen würden. Batterieelektrische Flugzeuge für die Kurzstrecke und Brennstoffzellen für die Mittel- und Langstrecke können stattdessen helfen, die Luftfahrt tatsächlich klimafreundlich zu machen. Das erfordert besonders innovative Flugzeugentwürfe, bietet aber auch große wirtschaftliche Chancen für die europäische Flugzeugindustrie, wenn sie den Mut aufbringt, frühzeitig groß genug zu denken. Deshalb ist es richtig, Startups zu stärken, die auf einem weißen Blatt Papier das Fliegen neu erfinden können.“
Dazu Miriam Putz, flughafenpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Eine saubere Luftfahrt ist angesichts der Klimakrise eine absolute Notwendigkeit. Die gravierenden Umweltbelastungen durch den Flugverkehr sind unstrittig. Deswegen hat die Branche selbst schon 2010 das Ziel eines CO2-neutralen Wachstums ab 2020 erklärt und strebt Klimaneutralität oder eine deutliche Emissionsreduktion bis zum Jahr 2050 an. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir unbedingt neue Technologien und Kooperationen. Allein mit bereits eingesetzten Mitteln wie der Optimierung bestehender Antriebe, einer Steigerung der aerodynamischen Effizienz und der Verwendung synthetischer Kraftstoffe lässt sich das nicht bewerkstelligen. Der Vorstoß unseres Senats setzt hier erste richtige Maßstäbe.
Allerdings bergen diese Technologien immer noch Unsicherheiten in ihrer Realisierung, die wiederum noch länger dauern kann. Daher ist es umso wichtiger, jetzt parallel Maßnahmen zur Reduzierung der Flugbewegungen umzusetzen. Das stetig steigende Gesamtmeilenaufkommen im Flugverkehr hat dazu geführt, dass Effekte zur Effizienzsteigerung fast wirkungslos blieben. Das Augenmerk für eine reale saubere Luftfahrt muss daher darauf liegen, die Zahl der Flüge dauerhaft zu verringern.“


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