Für effektiven Klimaschutz müssen auch Maßnahmen im Luftverkehr getroffen und Anreize geschaffen werden. Die rot-grünen Regierungsfraktionen beschließen daher in der heutigen Bürgerschaftssitzung einen Zusatzantrag, der die Transformation des Flugverkehrs am Hamburger Flughafen hin zu weniger klimaschädlichem Fliegen beschleunigen soll (siehe Anlage).
Dazu Miriam Putz, Sprecherin für den Flughafen der Grünen Fraktion Hamburg: „Es ist unbestritten, Fliegen schadet dem Klima massiv. Allein Appelle an die Menschen, so gut es geht aufs Fliegen zu verzichten, reichen bei Weitem nicht aus. Eine vollkommen fehlgeleitete Politik hat über Jahrzehnte den Flugverkehr massiv subventioniert und dabei zum Beispiel den Schienenverkehr für Personen und Güter vollkommen vernachlässigt. Aber Fakt ist, international und auch bei uns vor Ort wird weiterhin viel geflogen werden. Deshalb muss es das Ziel sein, dass das Fliegen möglichst schnell emissionsärmer wird. Als starker Standort der Luftfahrtindustrie leistet Hamburg einen wichtigen Beitrag, etwa bei der Forschung an wasserstoffbasiertem Fliegen. Zudem benötigen wir auch die richtigen Anreize, damit sich diese Treibstoffe und Technologien durchsetzen und insgesamt emissionsärmer geflogen wird. Emissionsabhängige Gebühren können hierfür ein Schlüssel sein, begleitet vom Abbau klimaschädlicher Subventionen auf nationaler und europäischer Ebene. Mit unserem Zusatzantrag ist es uns gelungen, einen Weg zu finden, die Privatfliegerei schrittweise etwas fairer und nachhaltiger zu gestalten. Auch höhere Entgelte für die private Nutzung der Infrastruktur sowie perspektivisch eine verpflichtende Nutzung nicht-fossiler Treibstoffe sind aus Sicht der Grünen Fraktion denkbar. Mit unserer Initiative wollen wir den Einsatz nicht fossiler Kraftstoffe – wie beispielsweise Wasserstoff, Batterien oder synthetische Kraftstoffe – für Klein- und Privatflugzeuge und die dazu notwendige Tankinfrastruktur zeitnah umsetzen.“
Dazu Clarissa Herbst, Wirtschaftsexpertin der SPD-Fraktion Hamburg: „Mit unserem Antrag setzen wir uns für klimafreundliches Fliegen und die Reduktion von CO2 ein. Wir wollen dabei unter anderem auf die Bundes- und Europaebene einwirken, um ein stärkeres Engagement für die Regulierung von Privatjetreisen zu erreichen. Das kann zum Beispiel durch eine Aufnahme von Privatflügen in den Emissionshandel oder die Ausweitung der Luftverkehrsabgabe auf Privat- und Sportflugzeuge gelingen. Darüber hinaus soll die Stadt prüfen, welche Möglichkeiten am Hamburger Flughafen bestehen, um den Wechsel von fossilen Treibstoffen hin zu nachhaltigen Flugkraftstoffen voranzubringen. Für uns ist klar: Wir wollen die Transformation des Flugverkehrs engagiert angehen und möglichst viele Hebel dafür in Bewegung setzen.“


Neuste Artikel
Queer
Zum Start der Pride Week – Progress Pride Flag am Hamburger Rathaus
Heute wird zum Start der Hamburger Pride Week erstmals die Inter Inclusive Progress Pride Flag am Rathaus gehisst. Nachdem sie bereits am 17. Mai zum IDAHOBIT (Internationaler Tag gegen Queerfeindlichkeit) am Rathaus hing, bekennt sich Hamburg damit erneut zu einer offenen Gesellschaft und zum Schutz queeren Lebens. Dazu Miriam Block, queerpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Hamburg:…
Wohnen
Wohnungslosigkeit überwinden – Rot-Grün will mehr Wohnungen für Wohnungssuchende mit Dringlichkeitsschein
Menschen mit einem Dringlichkeitsschein haben es häufig besonders schwer, eine Wohnung zu finden. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen daher den Neubau sogenannter WA-Wohnungen beschleunigen, die sich gezielt an vordringlich Wohnungssuchende richten. Bestehende Förderinstrumente sollen ausgeweitet und private Wohnungsunternehmen stärker für die Bereitstellung dieser Wohnungen gewonnen werden (siehe Anlage). Über den rot-grünen Antrag wird…
Queer
Rot-Grüner Pride-Empfang: Liebe mit Recht
Vor 25 Jahren trat das Lebenspartnerschaftsgesetz in Kraft und schuf erstmals einen eigenständigen rechtlichen Rahmen für gleichgeschlechtliche Paare. Seit knapp einem Jahrzehnt sorgt die Ehe für alle für die Gleichstellung im Eherecht. Einen Tag vor dem offiziellen Start der Pride-Week laden die Regierungsfraktionen zum Austausch über den weiteren Einsatz für Vielfalt, Respekt und gleiche Rechte…
Ähnliche Artikel
Flughafen
Sustainable Aero Lab: Kräfte bündeln für saubere Luftfahrt
Heute hat der Senat das Projekt „Sustainable Aero Lab“ vorgestellt, das auf internationaler Ebene Gründer*innen, Forscher*innen, Industrie und Investitionen zusammenbringen soll, um die nachhaltige Entwicklung der Luftfahrt voranzubringen. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion begrüßt die Bemühungen, die Luftfahrt zu dekarbonisieren als wichtigen Schritt für effektiven Klimaschutz. Sie drängt jedoch darauf, auch jene klimaschädlichen Effekte von Flugzeugen zu berücksichtigen, die nicht durch Kohlenstoffdioxid verursacht werden. Zwei Drittel…
Flughafen
Fluglärmschutz: Verspätungen müssen weniger werden, der Flughafen muss jetzt handeln
Der Umwelt-Ausschuss berät heute abschließend über die Volkspetition des BUND zur Ausweitung der Nachtruhe am Hamburger Flughafen. Die Regierungsfraktionen bringen dazu ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung des Lärmschutzes am Hamburger Flughafen ein. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion begrüßt, dass zusätzliche Maßnahmen bei der Ahndung von Verstößen gegen die Nachtflugbeschränkung und beim passiven Lärmschutz gefunden wurden. Auch wurde ein…
Flughafen
Fluglärmreport: Rot-Grün nimmt Fluglärmschutz ernst
Heute hat der BUND seinen Fluglärmreport vorgelegt und seine Forderung nach einer Ausweitung des Nachtflugverbotes am Hamburger Flughafen unterstrichen. Der Umweltausschuss wird Donnerstag die Petition des BUND im Umweltausschuss beraten und hat dafür eine Expertenanhörung angesetzt. Die Regierungsfraktionen nehmen das Anliegen des Umweltverbandes ernst und begrüßen eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage, wie der Fluglärmschutz noch…