Bauen

Serielle und modulare Bauweise stärken – Rot-Grün will schnelleres und kostengünstigeres Bauen ermöglichen

Serielle, modulare und systemische Bauweisen können Bauzeiten verkürzen, Kosten senken und Planungs- sowie Genehmigungsverfahren vereinfachen. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen diese Potenziale künftig stärker für den Wohnungsbau und öffentliche Bauvorhaben in Hamburg nutzen. Serielle und modulare Bauweisen sollen bei öffentlichen Projekten und im geförderten Wohnungsbau stärker zum Einsatz kommen. Dafür sollen Hemmnisse abgebaut, Typengenehmigungen besser genutzt und Förder- sowie Finanzierungsinstrumente weiterentwickelt werden. Über den rot-grünen Antrag entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer morgigen Sitzung.

Dazu Leon Alam, Sprecher für Bauen, Mieten und Wohnen der Grünen Fraktion Hamburg: „Um der Wohnungsnot in Großstädten wie Hamburg zu begegnen, müssen wir schneller und kostengünstiger bauen. Mit dem Hamburg Standard und der neuen Landesbauordnung sind wir hier bereits auf einem guten Weg. Serielles, modulares und systemisches Bauen, auch SMS-Bauen genannt, bietet die Chance, Bauvorhaben noch schneller und günstiger umzusetzen. Dabei können wir von der Produktionslogik von Autos lernen: Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden Autos am Fließband in großen Stückzahlen aus standardisierten Teilen und mit einheitlichen Genehmigungsverfahren gebaut. Dieses Prinzip wollen wir auf den Gebäudebau übertragen und bei der Planung, Genehmigung und Förderung von Bauvorhaben berücksichtigen. Als Stadt wollen wir außerdem bei unseren eigenen Bauprojekten mehr auf SMS-Bauweisen setzen. Denn das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern ist auch ressourcenschonender und klimaeffizienter, was uns mit Blick auf das Ziel der Klimaneutralität 2040 einen echten Vorteil verschafft.“

Dazu Mithat Çapar, Experte für Stadtentwicklung der SPD-Fraktion Hamburg: „Hamburg muss schneller und kostengünstiger bauen können, ohne bei Architektur und Lebensqualität Abstriche zu machen. Serielles und modulares Bauen kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Wenn Bauteile oder ganze Module unter kontrollierten Bedingungen vorgefertigt werden, lassen sich Abläufe besser planen, Bauzeiten verkürzen und Kosten reduzieren. Mit dem Hamburg-Standard haben wir bereits gezeigt, dass wir gemeinsam mit der Bau- und Wohnungswirtschaft neue Wege gehen können, um das Bauen einfacher und günstiger zu machen. Dieses Know-how wollen wir jetzt auch für serielle, modulare und systemische Bauweisen nutzen. Serielles Bauen soll schneller und günstiger sein, ohne architektonische Qualität, Vielfalt und den Charakter unserer Quartiere zu beeinträchtigen. Gleichzeitig wollen wir die Chancen dieser Bauweisen für einen sparsameren Ressourceneinsatz und die Wiederverwendung von Bauteilen stärker nutzen.“

Hintergrund
Beim seriellen, modularen und systemischen Bauen werden größere Bauteile wie Wände, Decken oder Fassadenelemente sowie ganze Raummodule werkseitig vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle montiert. Der rot-grüne Antrag setzt unter anderem bei Vergabe- und Genehmigungsverfahren an: Funktionale Leistungsbeschreibungen und integrierte Vergabemodelle sollen rechtssicher und praxistauglich stärker genutzt, Typengenehmigungen möglichst umfassend länderübergreifend anerkannt und gemeinsam mit Architekten- und Ingenieurkammern Leitlinien für qualitätssichernde Verfahren entwickelt werden. Zudem sollen die Potenziale für zirkuläres und ressourcenschonendes Bauen sowie digitale Fertigungsverfahren wie BIM stärker berücksichtigt werden. Hamburg beteiligt sich bereits am vom Bund initiierten Runden Tisch zum seriellen, modularen und systemischen Bauen, dessen Handlungsempfehlungen nun stärker für Hamburg nutzbar gemacht werden sollen.

Den Antrag zur Pressemitteilung finden Sie hier.

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