SPD und Grüne haben zur morgigen Bürgerschaftssitzung einen Antrag eingebracht, mit dem das bundesweit viel beachtete Hamburger Erfolgsmodell W.I.R (work and integration for refugees) weiterentwickelt und für neue Zielgruppen geöffnet werden soll. Im Jahr 2015 war es in Kooperation mit der Handels-, der Handwerkskammer sowie dem Unternehmensverband Nord e.V. entwickelt worden. Ziel ist die schnelle und gezielte Integration von Geflüchteten in Arbeit und Ausbildung. Neben der systematischen Anerkennung von im Ausland erworbenen formalen Kompetenzen wurden mit eigens entwickelten Verfahren der Kompetenzfeststellung sowie sich daraus ableitenden Qualifizierungsmaßnahmen auch nicht-formale berufliche Kompetenzen und Bildungsverläufe der Geflüchteten sichtbar gemacht.
Dazu Antje Möller, flüchtlings- und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die Stärke des Programms W.I.R für die Integration von Geflüchteten in Arbeit liegt darin, einen klaren, gezielten Blick auf die individuellen Kompetenzen und Bedarfe der Einzelnen zu haben. Mit unserem Antrag erweitern wir die Zielgruppe des Programms, ohne Abstriche beim hohen Anspruch an die Beratungsqualität zu machen. Ich sehe insbesondere einen Nachholbedarf bei den Frauen, die ohne Erwerbsbiographie sind. Für sie ist die besondere Kombination des W.I.R-Programms aus Lebenslagenberatung und dem Heranführen in die Erwerbstätigkeit ein wichtiger Schritt in ein unabhängiges Leben.“
Dazu Kazim Abaci, Fachsprecher für Integration, Migration und Flüchtlinge der SPD- Bürgerschaftsfraktion: „Im Rahmen von W.I.R haben wir sehr positive Erfahrungen gemacht – beispielsweise mit der beruflichen Kompetenzerfassung und der Bestimmung von Bedarfen bei der Nachqualifizierung. Zugleich hat sich die Zusammenarbeit und eine Politik der kurzen Wege in der Abstimmung zwischen allen Beteiligten bewährt. Jetzt wollen wir diese Erfahrungen auch für weitere Bevölkerungsgruppen nutzen. Insbesondere für Frauen aber auch für Migrantinnen und Migranten aus der EU können sich hier zusätzliche Chancen ergeben. Nachdem Deutschland nun endlich das von der SPD seit langem geforderte Fachkräfteeinwanderungsgesetz erhalten hat, müssen wir unsere Strukturen so ausrichten, dass wir die gerade in Hamburg dringend benötigten Fachkräfte auch tatsächlich gewinnen können. Ich freue mich, dass wir mit W.I.R so gute Fortschritte bei der Integration in Arbeit und Ausbildung gemacht haben, sodass wir jetzt daran anknüpfen können.“


Neuste Artikel
Landesmitgliederversammlung
GRÜNE Hamburg setzen starkes Zeichen für das Ende patriarchaler Gewalt / Partei spricht sich mit deutlicher Mehrheit für Hamburgs Olympia-Bewerbung aus
Die Hamburger GRÜNEN haben sich auf ihrer Landesmitgliederversammlung in Wandsbek für kraftvolle Reformen zur Bekämpfung patriarchaler Gewalt gegen Mädchen und Frauen ausgesprochen. Ein entsprechender Antrag, eingebracht von Justizsenatorin Anna Gallina, wurde einstimmig beschlossen. „Ihr müsst Verantwortung übernehmen – und zwar jeder und jetzt!“, wandte sich Gallina insbesondere an die Männer in der Gesellschaft. Mit dem…
Landesvorstand
Stellungnahme des geschäftsführenden Landesvorstands der GRÜNEN Hamburg zur aktuellen Berichterstattung über die Bezüge des geschäftsführenden Landesvorstands
„Der aktuell in der Medienberichterstattung erhobene Vorwurf, die GRÜNEN Hamburg hätten das Gehalt der Parteivorsitzenden gegenüber Behörden über viele Jahre nicht ordnungsgemäß angezeigt, ist falsch. Diese versuchte Skandalisierung entbehrt jeglicher Grundlage. Wir haben uns zu jeder Zeit an Recht und Gesetz gehalten. Die Deutsche Rentenversicherung prüft alle vier Jahre und hat 2017 und 2020 bestätigt,…
Rechtspolitik
Städtische Unternehmen – Rot-Grün will digitale Kommunikation mit Gerichten verbindlich festschreiben
Die Kommunikation städtischer Unternehmen mit den Hamburger Gerichten erfolgt häufig noch analog und muss aufwendig digitalisiert werden. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich daher dafür ein, die Kommunikation städtischer Unternehmen mit den Gerichten verbindlich auf digitale Verfahren umzustellen und so die Justiz spürbar zu entlasten. Künftig sollen städtische Unternehmen ausschließlich elektronische und sichere…
Ähnliche Artikel
Flüchtlingspolitik
Appell zur Aufnahme von gefährdeten Menschen aus Afghanistan
Angesichts der bedrohlichen Lage in Afghanistan richten die rot-grünen Regierungsfraktionen in der Hamburgischen Bürgerschaft einen dringenden Appell an die Bundesregierung, eine schnelle und großzügige Aufnahme von gefährdeten Menschen sicherzustellen. Bei der Aufnahme von Ortskräften, die direkt bei der GIZ oder der Bundeswehr angestellt sind, ist die Bundesregierung bereits ihrer Verantwortung gerecht geworden. Dieser enge Kreis…
Flüchtlingspolitik
Hilfe in der Pandemie: Ankunftszentrum Rahlstedt bleibt sicherer Ort für Geflüchtete
Die Bürgerschaft berät heute über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Unterbringungssituation von Geflüchteten in Hamburg. Im Fokus steht dabei die Situation im Ankunftszentrum in Rahlstedt. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen bringen hierzu einen gemeinsamen Antrag ein, der unter anderem vorsieht das bewährte Hygienekonzept der Einrichtung stetig fortzuentwickeln. Außerdem soll Geflüchteten kein Nachteil entstehen,…
Flüchtlingspolitik
Geflüchtete im Mittelmeerraum: Hamburg ist bereit, mehr Menschen aufzunehmen
Die Lage für Geflüchtete auf den griechischen Inseln hat sich im Zuge der Corona-Krise weiter verschärft. Vor allem in den Unterkünften hat sich der hygienische Zustand zusätzlich verschlechtert. Auch deshalb wollen SPD und Grüne, dass die Bundesrepublik einen weitaus größeren Beitrag zur Linderung der Situation für besonders gefährdete Geflüchtete wie beispielsweise Kinder und Familien leistet….