Nachhaltiges Schiffsrecycling bietet für den maritimen Standort Hamburg erhebliche wirtschaftliche und ökologische Chancen. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich daher mit einem gemeinsamen Antrag dafür ein, Recyclingkapazitäten für ausgediente Handelsschiffe aufzubauen, regulatorische Hürden auf Bundesebene abzubauen und Genehmigungsverfahren zu vereinfachen. Ziel ist es, die maritime Kreislaufwirtschaft zu stärken, strategische Rohstoffe zu sichern und qualifizierte Arbeitsplätze in Hamburg zu schaffen. Über den rot-grünen Antrag stimmt die Hamburgische Bürgerschaft am 25. Februar ab.
Dazu Eva Botzenhart, hafenpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Hamburg: „Die meisten ausgedienten Schiffe werden noch immer unter gefährlichen und umweltschädlichen Bedingungen außerhalb Europas abgewrackt. Damit verlieren wir wertvolle Rohstoffe, die an anderer Stelle wiederverwendet werden könnten. Das liegt vor allem an den komplizierten Genehmigungsverfahren in Deutschland sowie den niedrigeren Kosten für das Abwracken an Standorten außerhalb Europas. Mit unserem Antrag setzen wir uns deshalb zum einen für weniger Bürokratie durch einfachere und schnelle Verfahren ein. Zudem wollen wir neue, effiziente Technologien fördern, damit künftig auch bei uns in Deutschland mehr Schiffe nachhaltig und kostengünstig recycelt werden können. Auf diese Weise verbinden wir Wirtschaftlichkeit mit konsequentem Ressourcen- und Klimaschutz und stärken Hamburg auf dem Weg zu einer nachhaltigen, erfolgreichen Hafenwirtschaft.“
Dazu Hansjörg Schmidt, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Schiffsrecycling ist ein zentraler Baustein einer funktionierenden maritimen Kreislaufwirtschaft. Heute verschrotten Unternehmen rund 80 Prozent der Schiffe unter ökologisch und sozial problematischen Bedingungen in Süd- und Südostasien. Dadurch leiden nicht nur Umweltstandards, sondern wir verlieren auch wertvolle Rohstoffe und industrielle Wertschöpfung. In den kommenden zehn Jahren stellen Reedereien weltweit bis zu 16.000 Schiffe außer Dienst. Diese Chance dürfen wir nicht verstreichen lassen. Die maritime Industrie in Deutschland könnte mit dem Aufbau von High-End-Recyclingkapazitäten eine strategische Lücke der deutschen Kreislaufwirtschaft schließen. Hamburg kann hier eine Vorreiterrolle übernehmen. Recycelter Stahl verschafft Green Steel und der maritimen Industrie einen strategischen Vorteil. Dafür brauchen wir praxistaugliche Genehmigungsverfahren, klare Zuständigkeiten und faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber außereuropäischen Standorten. Auch bei ausgedienten Bundesschiffen sollten Bund und öffentliche Auftraggeber nachhaltige und ortsnahe Lösungen bevorzugen. Hamburg soll nicht nur führender Hafen bleiben, sondern sich auch als führender Standort für nachhaltiges Schiffsrecycling im europäischen Hafenverbund etablieren.“
Den Antrag zur Pressemitteilung finden Sie hier.


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