Um wirksam vor Diskriminierung zu schützen, gilt es, bestehende Rechtslücken aufzuspüren und zu schließen. Zu diesem Zweck hat der Senat ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das in dieser Woche im Ausschuss für Gleichstellung und Antidiskriminierung diskutiert wurde. Das Gutachten verdeutlicht, dass es auf dem Weg zum besseren Diskriminierungsschutz weitere Hürden zu bewältigen gibt und der Auf- und Ausbau konkreter Strukturen der Unterstützung und Beratung notwendig bleibt. Die Grüne Fraktion macht sich auf dieser Basis weiterhin für die Einführung eines Hamburger Landesantidiskriminierungsgesetz stark.
Dazu Filiz Demirel, Sprecherin für Antidiskriminierung der Grünen Fraktion Hamburg: „Die Anhörung im Ausschuss hat die Notwendigkeit eines Landesantidiskriminierungsgesetzes (LADG) für Hamburg nochmal deutlich herausgestellt. Wir freuen uns, dass sowohl die Expert*innen als auch die anwesenden Vertreter*innen der Bürgerschaftsfraktionen sich grundsätzlich offen für ein solches Gesetz gezeigt haben. Das ist ein positives Signal für den Schutz vor Diskriminierung in unserer Stadt. Das Rechtsgutachten macht klar, dass es bei der Umsetzung wichtiger EU-Richtlinien verstärkter Anstrengungen bedarf und es Schutzlücken gibt, die sich auch durch eine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes auf Bundesebene nicht schließen lassen. Daher ist hier die Landesebene in der Verantwortung. Wir setzen uns schon lange für ein Hamburger Landesantidiskriminierungsgesetz ein, das insbesondere vor Diskriminierung durch öffentliche Stellen schützt. Die Anhörung hat zugleich auch gezeigt, dass ein Gesetz alleine nicht ausreicht. Um wirksam zu schützen, müssen konkrete Strukturen aufgebaut werden, wie eine unabhängige Landesantidiskriminierungsstelle und eine solide finanzierte horizontale Antidiskriminierungsberatung. Wir werden uns weiterhin dafür starkmachen, dass diesem konstruktiven Austausch auch konkrete rechtliche und strukturelle Schritte folgen, die zu einem besseren Diskriminierungsschutz für alle Menschen in Hamburg führen.“
Hintergrund
Das Rechtsgutachten wurde als Teil der Hamburger Antidiskriminierungsstrategie von der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke in Auftrag gegeben.


Neuste Artikel
Fraktionsvorstand
Aktuelle Stunde nach dem Olympia-Referendum – Imhof: „Wir verfolgen weiterhin mit voller Kraft unseren Plan für Hamburg“
In ihrer heutigen Aktuellen Stunde widmet sich die Hamburgische Bürgerschaft dem Ausgang des Referendums zu Olympischen und Paralympischen Spielen. Für die Grüne Fraktion steht fest: Auch ohne Olympia-Rückenwind wird Rot-Grün die richtigen Weichen stellen und weiterhin mit voller Kraft für eine gute Zukunft Hamburgs arbeiten. Dazu Sina Imhof, Vorsitzende der Grünen Fraktion Hamburg: „Die Menschen in…
Billstedt
Mümmelmannsberg stärken – Rot-Grün ermöglicht Sanierung des MSV-Vereinshauses
Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen unterstützen die Sanierung des Vereinshauses des MSV Hamburg in Mümmelmannsberg mit Mitteln aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2030. Das Vereinshaus an der Kandinskyallee ist seit Jahrzehnten ein zentraler Anlaufpunkt für Sport, Integration und soziale Begegnung im Stadtteil und soll baulich modernisiert sowie langfristig für den Vereins- und Quartiersbetrieb gesichert werden….
Fraktionsvorstand
Zum Ausgang des Olympia-Referendums – Imhof: „Wir bedanken uns bei allen, die sich für Olympia und unsere Stadt ins Zeug gelegt haben“
Hamburg hat entschieden: Eine Mehrheit der Bürger*innen hat sich im Referendum gegen eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele ausgesprochen. Dazu Sina Imhof, Vorsitzende der Grünen Fraktion Hamburg: „Das Ergebnis des Referendums steht fest: Die Menschen in Hamburg haben sich gegen eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele entschieden. Dieser Entscheidung gilt unser aller Respekt, wenngleich…
Ähnliche Artikel
Antidiskriminierung
Senats-Kampagne zur Teilhabe von Sinti und Roma – Demirel: Die Mehrheit muss hinsehen und Antiziganismus bekämpfen
Noch immer leiden Sinti und Roma im Alltag darunter, diskriminiert und ausgegrenzt zu werden. Eine neue Kampagne des Hamburger Senats, die heute vorgestellt wurde, soll für mehr Sichtbarkeit und Teilhabe der Sinti und Roma sorgen und dabei helfen, ihre Diskriminierung aktiv zu bekämpfen. Die Grüne Fraktion begrüßt diese Maßnahme als wichtigen Schritt im Kampf gegen…
Antidiskriminierung
Neues Antidiskriminierungsbüro eröffnet – Demirel: „Ein Ort für alle, die der Diskriminierung den Kampf ansagen“
Hamburg eröffnet ein neues Antidiskriminierungsbüro: In der Lübecker Straße 128 im Stadtteil Hohenfelde erhalten Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, ab sofort ein breites Angebot an Beratung und Begleitung. Für die Grüne Fraktion ist das ein weiterer, wichtiger Schritt im Kampf für ein selbstbestimmtes Leben aller Menschen. Besonders erfreulich ist, dass alle nach dem Allgemeinen…
Antidiskriminierung
Strategie gegen Antiziganismus – Demirel: „Kampf gegen Antiziganismus ist historische Verantwortung“
Im Ausschuss für Soziales der Hamburgischen Bürgerschaft wird heute über die „Gesamtstrategie zur Bekämpfung des Antiziganismus und zur Förderung der gleichberechtigten Teilhabe der Sinti und Roma in Hamburg“ debattiert. Diese wurde im Rahmen eines interfraktionellen Antrags im September 2021 auf den Weg gebracht und ist nun seit Mai 2024 öffentlich einsehbar. Für die Grüne Fraktion…