Tierschutz

Aus für das LPT Labor: Eine überfällige Notwendigkeit

14Der Firma LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG) wurde mit sofortiger Wirkung die Erlaubnis zur Tierhaltung in Hamburg entzogen, wie der Senat heute bekannt gab. Demnach ist die tierschutzrechtliche Zuverlässigkeit des Betreibers aufgrund schwerwiegender Verstöße gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen Dokumentations- und Genehmigungspflichten nicht mehr gegeben. Der Senat hatte zuvor Einsicht in die bei Durchsuchungen sichergestellten Akten und in den Bericht der niedersächsischen Landesbehörden zur Schließung des Labors in Mienenbüttel genommen. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion begrüßt die Schließung des Labors ausdrücklich.

Dazu Christiane Blömeke, Sprecherin für Tierschutz und Gesundheit der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Endlich ist klar, woran die Bilder und Berichte aus den Laboren von LPT kaum einen Zweifel ließen. Wegen schwerwiegender Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, gegen Dokumentations- und gegen Genehmigungspflichten hat der Senat dem Betreiber die Erlaubnis entzogen, Tiere im Hamburger Labor zu halten. Das zeigt: Öffentlicher Druck, Beharrlichkeit und konsequentes Aufklären zahlen sich aus. Der Entzug der Tierhaltungserlaubnis für das Hamburger Labor ist eine überfällige Notwendigkeit und nach der Schließung des Labors in Mienenbüttel auch der einzig logische Schritt. Bereits an diesem Standort waren die Unzuverlässigkeit von LPT und die Verstöße gegen den Tierschutz zentrale Gründe für die Schließung. Diese Verstöße machen auch vor einer Landesgrenze nicht Halt. Ich erwarte, dass die Schließung zweier LPT-Standorte nun auch Auswirkungen auf den verbleibenden Standort in Schleswig-Holstein hat.

Für uns Grüne ist klar, dass wir bei Aufklärung nicht stehen bleiben. Für etwaige Koalitionsverhandlungen nach den Bürgerschaftswahlen im Februar steht fest, dass unser Grünes Ziel des Ausstiegs aus den Tierversuchen mit konkreten Maßnahmen hinterlegt werden muss und wir die schrittweise Reduktion von Tierversuchen anstreben.

Nicht aufklärt ist jedoch weiterhin, welche Auswirkungen die Manipulation von Testreihen in den Laboren von LPT auf die Zulassung von Medikamenten hatte. Wir wissen immer noch nicht, ob Medikamente auf dem Markt sind, deren Zulassung auf manipulierten Studien basieren. Zu diesen Vorgängen hatten wir bereits eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt und eine Risikoanzeige beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eingereicht. Antworten stehen noch aus.“

 

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