Die Erstausstattungspauschalen für die Einrichtung einer Wohnung sowie bei Schwangerschaft und Geburt wurden zuletzt im Jahr 2015 überprüft. Seitdem sind die Lebenshaltungskosten erheblich gestiegen. Die rot-grünen Regierungsfraktionen wollen die Pauschalen deshalb auf den Prüfstand stellen. Ziel ist es, die Bemessung an die Preisentwicklung der vergangenen Jahre anzupassen und die Unterstützung für Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen zu verbessern. Über einen entsprechenden Antrag von SPD und Grünen entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer heutigen Sitzung.
Dazu Kathrin Warnecke, sozialpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Hamburg: „Erstausstattungspauschalen bieten Menschen in herausfordernden Lebenssituationen eine wichtige Starthilfe – etwa jungen Erwachsenen, die nach der Jugendhilfe in ihre erste eigene Wohnung ziehen, Familien in der Schwangerschaft oder Menschen, die nach einer Phase der Wohnungslosigkeit wieder eine Unterkunft gefunden haben. Eine Anpassung dieser Pauschalen ist überfällig. Mit unserem Antrag sorgen wir dafür, dass armutsbetroffene Hamburger*innen eine faire Chance auf einen eigenständigen und selbstbestimmten Start ins Leben erhalten.“
Dazu Baris Önes, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Wir wollen, dass der Start ins eigene Zuhause allen Hamburger:innen möglich ist. Gerade für Menschen in schwierigen sozialen oder finanziellen Lebenslagen sowie für Empfänger:innen von Sozialleistungen ist es jedoch oft herausfordernd, beim Einzug in eine neue Wohnung die notwendige Einrichtung, Haushaltsgeräte oder Kleidung anzuschaffen. Die Erstausstattungspauschalen sind in Hamburg auch ein wichtiges Instrument, um junge Erwachsene beim Bezug ihrer ersten eigenen Wohnung, obdach- und wohnungslose Menschen sowie Eltern in Notlagen zu unterstützen. Auch bei Schwangerschaft und Geburt ermöglichen die Pauschalen eine grundlegende Ausstattung für Eltern und Kind. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage und der gestiegenen Preise ist es jedoch wichtig, dass diese Starthilfe weiterhin der Lebensrealität der Hamburger:innen entspricht. Der Senat wird daher die Höhe der Erstausstattungspauschalen überprüfen und dort anpassen, wo es notwendig ist.“
Hintergrund
Die Erstausstattungspauschalen werden nach § 31 SGB XII und § 24 Abs. 3 SGB II gewährt. Ihre Höhe legt die Sozialbehörde anhand geeigneter Aufwendungen und Erfahrungswerte fest. Eine letzte Überprüfung erfolgte im Jahr 2015. Der Senat soll der Bürgerschaft bis Ende 2026 berichten.


Neuste Artikel
Klimaschutz
Hamburgische Klimaziele – Domm: „Unsere Stadt macht Fortschritte und steht vor großen Aufgaben“
Der heute in der Landespressekonferenz vorgestellte Zwischenbericht zum Hamburger Klimaplan macht deutlich, dass die Hansestadt beim Erreichen der Klimaziele bis 2030 bereits wichtige Fortschritte gemacht hat: Zwischen 1990 und 2023 sind die jährlichen CO2-Emissionen um insgesamt 43 Prozent verringert worden, wobei der größte Beitrag aus der Industrie kommt. Diese Zwischenbilanz ist eine Bestätigung für die…
Fraktionsvorstand
Mögliches AfD-Parteiverbotsverfahren – Rot-Grün setzt klares Signal
Die AfD stellt mit ihrer Programmatik, ihrem Auftreten und dem Handeln zentraler Funktionsträger:innen eine wachsende Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung Deutschlands dar. Verfassungsschutzbehörden auf Landes- und Bundesebene kommen seit Jahren zu immer deutlicheren Bewertungen über die rechtsextreme Prägung der Partei. Vor diesem Hintergrund sehen sich die rot-grünen Regierungsfraktionen in Hamburg in der Pflicht, die Instrumente…
Klima Mobilität
Neuausschreibung der Hamburger Werbeverträge: Außenwerbung soll stadtverträglicher und umweltfreundlicher werden
In den kommenden Monaten werden die Verträge über die Nutzung der Außenwerberechte auf öffentlichem Grund neu ausgeschrieben, die Ende 2026 auslaufen – das betrifft ungefähr 5000 öffentliche Werbeflächen, etwa an Bushaltestellen oder Litfaßsäulen. Die rot-grünen Regierungsfraktionen setzen sich mit einem gemeinsamen Antrag dafür ein, dass die Außenwerbung in Hamburg künftig noch stadtverträglicher und ökologischer ausgestaltet…
Ähnliche Artikel
Soziales
Übergangsplätze in der Repsoldstraße – Warnecke: „Hamburg schafft nachhaltige Hilfe für Menschen, statt ihre Not zu verdrängen“
Ab Mitte September stehen dreißig betreute Übergangsplätze in der Repsoldstraße 27 bereit. Damit werden Menschen, die von Sucht und Wohnungslosigkeit betroffen sind, passgenaue und niedrigschwellige Angebote ermöglicht. Für die Grüne Fraktion ist das ein sozialpolitisches Vorzeigeprojekt, das Menschen direkt vor Ort hilft, durch medizinische und psychiatrische Versorgung sowie individuelle Beratung. Die Ankündigung des Senats, im…
Soziales
Investieren in ein starkes Hamburg von morgen – Zusammenhalt und Teilhabe für alle Menschen in Hamburg
Den Zusammenhalt und die Teilhabe aller Menschen in einer freien und solidarischen Gesellschaft zu ermöglichen, ist Ziel der rot-grünen Regierungskoalition. Dazu gehören insbesondere die Absicherung und Hilfen zur Überwindung von Lebensrisiken. Im Doppelhaushalt 2025/2026 ist für die Sozialbehörde ein Gesamtaufwand in Höhe von fast elf Milliarden Euro vorgesehen. Mit einem gemeinsamen Haushaltsantrag setzen die Regierungsfraktionen…
Soziales
Erfolgreiches Modellprojekt – Rot-Grün stärkt Housing First und setzt auf Verstetigung
Das Hamburger Modellprojekt Housing First zeigt seit 2022, wie wirkungsvoll der Ansatz der direkten Wohnungsvermittlung für obdachlose Menschen sein kann. Schon jetzt, lange vor dem geplanten Abschluss im Juni 2025, ist das ursprünglich festgelegte Kontingent von 30 Wohnungen nahezu ausgeschöpft. Daher wollen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen das Wohnungsangebot kurzfristig erweitern und planen eine…