Mobilitätswende

HVV trotzt Corona: „Kein Rollback bei der Mobilitätswende“

Der HVV ist trotz Coronakrise auch im Sommer attraktiv für die Hamburgerinnen und Hamburger geblieben. Das zeigt die Antwort des Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des Grünen Bürgerschaftsabgeordneten Gerrit Fuß. Demnach fuhren Hochbahn und S-Bahn stets mindestens 96 Prozent der Fahrplankilometer, der Regionalverkehr sogar über 98 Prozent. Dies honorierten auch viele Kundinnen und Kunden: Im Regionalverkehr nach Schleswig-Holstein war Ende Juni bereits 82 Prozent der Kundschaft zurück, der HVV steht heute bei circa 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Durch die Möglichkeit, Abonnements zu pausieren konnten Kündigungen verhindert werden. 150.000 Pausierenden stehen rund 20.000 zusätzliche Kündigungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gegenüber. Einen echten Erfolg stellte das SommerTicket des HVV dar: Mit über 230.000 verkauften Tickets hat der HVV Einnahmen von insgesamt 1,18 Millionen Euro erzielt. Mit einem einheitlichen Hygienekonzept behauptet sich der HVV auch in schwierigen Zeiten. Durch die Einführung und Kontrolle der Vertragsstrafe konnte die Tragequote des Mund-Nasen-Schutzes von zwischenzeitlich 87 wieder auf 98 Prozent gesteigert werden.

Dazu Gerrit Fuß, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Beim HVV stimmt das Gesamtpaket, und zwar auch während der Coronakrise. Verlässlichkeit und Kundenorientierung zahlen sich aus. Die Tarifangebote des HVV wurden sehr gut angenommen und haben vielen Menschen den Urlaub vor der Haustür erleichtert. Für die digitalen Vertriebskanäle bedeutet die Corona-Pandemie einen Sprung nach vorne – ein Viertel der Tickets wurden digital verkauft. Dort sind die Tickets nun auch sieben statt drei Prozent günstiger. Die Antwort des Senats belegt, dass der HVV beim Fahrplan, den Tarifen und im Betrieb die Weichen richtig gestellt hat. Mit Verlässlichkeit, attraktiven Angeboten und sichtbaren Hygienemaßnahmen konnte der HVV das Vertrauen in den Öffentlichen Nahverkehr stärken und so den vermuteten Rollback bei der Mobilitätswende abwenden. Im Mix mit dem Rad- und dem Fußverkehr bleiben die Menschen in Hamburg auch in Corona-Zeiten klimagerecht und krisenfest mobil. Die nun gestarteten Pop-Up-Bikelanes unterstützen diesen Kurs.“

Hintergrund: Während in der Antwort auf die Schriftliche Kleine Anfrage nur die Fahrgastzahlen bis Juni 2020 aufgeführt sind, liegen mittlerweile aktuellere Zahlen vor. Diese zeigen, dass sich die Fahrgastzahlen aktuell auf circa 70 Prozent des Vorjahresniveaus belaufen.

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