Künftig soll einmal im Quartal eine kostenlose Auskunft über die bei Scoring-Unternehmen gespeicherten Daten innerhalb von sieben Tagen in Anspruch genommen werden können. Das sieht ein gemeinsamer Antrag der rot-grünen Regierungsfraktionen vor, mit dem der Senat ersucht wird, sich für dieses Ziel auf Bundesebene einzusetzen (siehe Anlage). Scoring-Unternehmen sollen das neue Angebot auf ihrer Website sowie auf einem dafür vorgesehenen Informationsportal veröffentlichen. Über den rot-grünen Antrag wird die Hamburgische Bürgerschaft am 29. Juni abstimmen.
Dazu Lisa Kern, Sprecherin für Verbraucher*innenschutz der Grünen Fraktion Hamburg: „Für Verbraucher*innen ist häufig unklar, welche persönlichen Daten zur Errechnung ihrer Bonität herangezogen wurden. Umso wichtiger ist es daher, dass die bei den Auskunfteien gespeicherten Daten regelmäßig eingesehen werden können. Mit unserem Antrag setzen wir uns dafür ein, dass Verbraucher*innen künftig häufiger eine kostenlose Selbstauskunft erhalten können, mindestens einmal im Quartal. Dafür müssen die Informationen einfach auffindbar und abrufbar sein, sowohl auf den Unternehmenswebseiten als auch zentral in einem zu schaffenden Informationsportal. Das ist ein wichtiger Schritt für mehr informationelle Selbstbestimmung.“
Dazu Sarah Timmann, verbraucherschutzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg: „Scoring-Unternehmen arbeiten intransparent. Es ist nicht ersichtlich, wie sich der Score-Wert einer Person konkret zusammensetzt und welche Gewichtung einzelne Kriterien erhalten. Im Hinblick auf Datenschutz und Transparenz ist es für uns daher umso wichtiger, dass sich die Verbraucher:innen regelmäßig über ihre Bonität und die Daten, die von ihnen verwendet werden, informieren können. Diese Auskunft soll kostenlos und zeitnah erfolgen. Mit unserem Antrag wollen wir der asymmetrischen Verteilung von Informationen entgegenwirken und die Rechte der Verbraucher:innen stärken. Die Datenschutzgrundverordnung bietet uns dafür die rechtliche Grundlage.“
Hintergrund
Der sogenannte Score-Wert gibt Auskunft über das mögliche Zahlungsausfallrisiko einer Person. Diese Bonitätsauskunft wird anhand verschiedener Daten von Scoring-Unternehmen wie der Schufa Holding AG ermittelt. Im Zuge der Digitalisierung spielt der Wert eine immer wichtigere Rolle bei Abschluss von Verträgen, Einkäufen und Krediten jeglicher Art.


Neuste Artikel
Fraktionsvorstand
Aktuelle Stunde – Imhof: „Während die CDU auf billige Empörung setzt, verbessern wir den Alltag der Menschen in unserer Stadt“
Für gewöhnlich melden die demokratischen Fraktionen für die Aktuelle Stunde der Bürgerschaft eigene Themen mit dem Ziel einer spannenden und vertieften Auseinandersetzung an. Aber statt eigene Ideen vorzubringen und eine konstruktive Debatte anzuregen, hat sich die CDU-Fraktion heute zu einem undifferenzierten Rundumschlag gegen grüne Politik entschieden. Dieser erscheint allein parteipolitisch motiviert und entbehrt jeder sachlichen…
Klima
Erfolg für die Wärmewende – Domm: „Zahl neuer Wärmepumpen mehr als verdoppelt“
Die Zahl der angemeldeten Wärmepumpen in Hamburg ist innerhalb eines Jahres stark angestiegen: Von Januar bis Mai 2026 wurden 1214 neue Wärmepumpen bei den Hamburger Energienetzen angemeldet – im Vorjahr waren es im selben Zeitraum noch 487. Das geht aus einer Schriftlichen Kleinen Anfrage (SKA) der Grünen Bürgerschaftsabgeordneten Rosa Domm und Melanie Nerlich an den…
Sozialversicherungsbeiträge: (Ehemalige) Landesvorstandsmitglieder übernehmen Beschäftigtenbeiträge selbst
Mitgliedermailing der Landesschatzmeisterin Tonja Körner-Uhlmann: Liebe Freund*innen, in der Diskussion rund um die Sozialversicherungsbeiträge der (ehemaligen bzw. aktuellen) Landesvorstandsmitglieder Maryam Blumenthal, Leon Alam, Lisa Kern, Anna Gallina und Martin Bill gibt es Neuigkeiten, die ich zügig mit euch teilen möchte: Die betroffenen Personen werden den vollständigen Beschäftigtenanteil übernehmen und freiwillig an die Partei zahlen….
Ähnliche Artikel
Verbraucher*innenschutz
Mehr Unterstützung für Apotheken – Rot-Grün will flächendeckende Arzneimittelversorgung sichern
In Zeiten steigender Betriebskosten und wachsender wirtschaftlicher Belastungen kämpfen auch in Hamburg und der Metropolregion immer mehr Apotheken ums Überleben. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen ersuchen den Hamburger Senat daher, sich auf Bundesebene für eine Anpassung der Apothekenhonorare sowie Maßnahmen zur Sicherung der Arzneimittelversorgung einzusetzen. So sollen etwa alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Apotheken…
Verbraucher*innenschutz
EuGH-Urteil zu Bonitäts-Scoring – Kern: „Die Bonität der Verbraucher*innen muss gerecht und umfassend bewertet werden“
Viele Unternehmen entscheiden über die Vertragsbeziehungen mit Kund*innen ausschließlich auf Basis des Bonitätsscores der Schufa. Am heutigen Donnerstag hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) dieses Verfahren für rechtswidrig erklärt. Die Grüne Fraktion Hamburg begrüßt diese Entscheidung als wichtigen Schritt für den Schutz von Verbraucher*innen und plädiert für ein transparenteres Verfahren und gerechtere Regelungen bei Vertragsabschlüssen. Dazu Lisa…
Haushalt
Haushaltsberatungen zum Einzelplan Justiz und Verbraucherschutz: Justitia stärken für einen zukunftsfähigen Rechtsstaat und effektiven Verbraucher*innenschutz
Im Rahmen der dreitägigen Beratungen zum Doppelhaushalt 2021/2022 verabschiedet die Bürgerschaft heute auch den Haushalt für die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz. Die Stärkung des Rechtsstaates und der Schutz von Verbraucher*innen bleiben für die Grüne Bürgerschaftsfraktion ein zentraler Schwerpunkt. Die rot-grüne Koalition stellt sicher, dass die Hamburger Justiz weiterhin bedarfsgerecht und personell angemessen ausgestattet ist, und stärkt…