Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen den Wiederaufbau des Golden Pudel Clubs mit 200.000 Euro aus dem Sanierungsfonds unterstützen. Einen entsprechenden Antrag bringt Rot-Grün in die kommende Bürgerschaft am 1. März ein. Der Kult-Club war Anfang 2016 bei einem Brand fast vollständig zerstört worden. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf 850.000 Euro.
Dazu Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion:
„Der Golden Pudel Club ist nicht nur Kult, sondern ein musikalischer und kultureller Schatz unserer Stadt. Diesen Schatz gilt es nach dem verheerenden Brand wieder aufzupäppeln. Der Betreiber bringt erhebliche Eigenmittel auf, um den Club wieder aufzubauen und sogar noch um zusätzliche Veranstaltungsflächen zu erweitern. Das ist ein toller Ansatz, den wir politisch und finanziell unterstützen. Ich freue mich schon jetzt auf die ersten Konzerte im nächsten Jahr.“
Dazu Hansjörg Schmidt, medienpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion:
„Ich freue mich, dass sich der Pudel wieder aus der Asche erhebt. Der Golden Pudel Club ist immer mehr als ein Club gewesen – er steht auch für eine freisinnige Haltung. Als musikalischer Treiber abseits der Verwertungs-zwänge sind hier ganz eigene musikalische Stilrichtungen entstanden und es gibt wohl kaum jemanden in der breit aufgestellten Hamburger Musikszene, der nicht eine Verbindung zu diesem Ort hat. Deshalb war es uns so wichtig, dass der Pudel erhalten bleibt.“
Dazu René Gögge, kulturpolitischer Fachsprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion:
„Der Golden Pudel Club gehört zur Hafenstraße – genau wie die Elbphilharmonie schon jetzt nicht mehr aus der Hafencity wegzudenken ist. Hier ist etwas entstanden, das die Hamburger Musikszene weit nach vorn gebracht hat. Die Liste der musikalischen Größen, die sich hier gefunden und entwickelt haben, ist sehr lang. Auch international kennt man den ‚Golden Pudel Club‘. Wir wollen, dass das auch in Zukunft so bleibt. Ich freue mich auf die Eröffnung der neuen Räume im kommenden Jahr. Pump up the Pudel!“
Dazu Gabriele Dobusch, Altonaer Wahlkreisabgeordnete der SPD-Bürgerschaftsfraktion:
„Der Golden Pudel Club an der Schnittstelle von Altona-Altstadt und St. Pauli kann sich jetzt mit zwei Obergeschossen neu als Veranstaltungsort und Stadtteilarchiv erfinden: Lesungen, Diskussionen, Workshops und Seminare werden dort ebenso ihren Platz haben wie das Park Fiction Archiv. Letzteres freut mich besonders, denn das in den 1990er Jahren aus einer Kooperation der Nachbarschaftsinitiative und dem Künstler Christoph Schäfer hervorgegangene Projekt Park Fiction hat nicht nur bundesweit Furore gemacht, sondern trägt auch heute noch maßgeblich zur Identität der Nachbarschaft bei. Kunst im öffentlichen Raum im besten Sinne!“
Hintergrund:
Der Golden Pudel Club ist eine Institution der Hamburger Musikszene und auch international renommiert. Die sogenannte „Hamburger Schule“ ist allen Musikbegeisterten ein Begriff. Zusammen mit der Hafenstraße und dem „Park Fiction“ spiegelt der Golden Pudel Club auch die Offenheit Hamburgs wider. Ein Brand im Februar 2016 hatte das Gebäude nahezu vollständig zerstört. Durch das Engagement der „Mara und Holger Cassens Stiftung“ ist sichergestellt, dass der Club an seinem angestammten Platz an der Hafenstraße bleiben kann. Das Konzept des Betreibervereins „Pudel Verein für Gegenkultur e.V. / VerFüGe“ für die zukünftige Nutzung des Gebäudes sieht vor, dass im Erdgeschoss weiterhin der Golden Pudel Club betrieben wird. In den zwei geplanten Obergeschossen werden verschiedene Veranstaltungen stattfinden und das „Park Fiction Archiv“ aufgenommen.
Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau inklusive der Erweiterung belaufen sich auf rund 850.000 Euro. Einen Großteil davon erbringen die Betreiberinnen und Betreiber durch Eigenleistungen. Durch Spendenaktionen und Solidaritäts-Veranstaltungen werden weitere Mittel zur Sanierung des Gebäudes zusammengetragen. Der Bezirk Altona wird sich mit einer Zuwendung in Höhe von 100.000 Euro beteiligen. Auch Rot-Grün will die Rettung des Golden Pudel Clubs unterstützen und 200.000 Euro aus dem Sanierungsfonds für den geplanten Aufbau bereitstellen.


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