Das Dialoghaus Hamburg erreicht seit über 25 Jahren als wichtiger außerschulischer Lern- und Erlebnisort jährlich rund 90.000 Besucher*innen, darunter zahlreiche Schulklassen, und ist zugleich ein inklusiver Arbeitgeber. Aufgrund baulicher, energetischer und infrastruktureller Defizite am bisherigen Standort sowie zwingender Bauarbeiten an der Kaimauer steht das Dialoghaus vor einem notwendigen Umzug bis Ende 2027. Um den Fortbestand des Angebots und der Arbeitsplätze zu sichern, bringen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen die Finanzierung einer Machbarkeitsstudie für einen neuen Standort in Höhe von maximal 500.000 Euro aus dem Sanierungsfonds 2030 auf den Weg. Weitere 500.000 Euro wurden bereits aus dem Quartiersfonds bewilligt. Ziel ist es, eine Schließung oder einen kostenintensiven Interimsbetrieb zu vermeiden und die Planungen rechtzeitig voranzubringen. Über den rot-grünen Antrag entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft am 28. Januar.
Dazu Michael Gwosdz, Vorsitzender der Grünen Fraktion Hamburg: „Im Dialoghaus können Besucher*innen erleben, was Inklusion im Alltag bedeutet. Durch die verschiedenen Ausstellungen, Workshops und Dialogformate lernen sie die Perspektiven blinder, gehörloser oder älterer Menschen kennen und können so Berührungsängste und Vorurteile abbauen. Insbesondere durch die Mitarbeitenden des Dialoghauses, die zum Teil selbst eine Sinnesbehinderung haben, werden die Besucher*innen für Barrieren im öffentlichen Raum und in unserer Gesellschaft sensibilisiert. Umso wichtiger ist es, dass wir diesen besonderen Begegnungsort für Menschen mit und ohne Behinderung langfristig erhalten und das Dialoghaus bei seinen Umzugsplanungen an einen neuen, barrierefreien Standort unterstützen. Ich freue mich, dass wir dafür bis zu 500.000 Euro aus dem Hamburger Sanierungsfonds 2030 zur Verfügung stellen können.“
Dazu Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Fraktion Hamburg: „Das Dialoghaus Hamburg steht beispielhaft für gelebte Inklusion, soziale Bildung und Vielfalt in unserer Stadt. Es ist ein Lernort, der Perspektiven wechselt, Verständnis schafft und Menschen miteinander verbindet. In Ausstellungen wie ‚Dialog im Dunkeln‘ können Sehende erfahren, wie sich blinde und sehgeschädigte Menschen im Alltag orientieren. Für rund 90.000 Besucher:innen im Jahr öffnet sich dadurch ein Fenster, das einen Blick in das Leben und die Herausforderungen von Menschen mit Sehbeeinträchtigung erlaubt. Dafür ist ein barrierefreier, gut erreichbarer Standort unverzichtbar. Mit der Machbarkeitsstudie schaffen wir die Grundlage, um diesen besonderen Ort langfristig zu sichern, Arbeitsplätze zu erhalten und Inklusion auch baulich und strukturell konsequent mitzudenken. Mit maximal 500.000 Euro aus dem Sanierungsfonds sowie weiteren Mitteln aus dem bezirklichen Quartiersfonds soll ein neuer, zentraler und barrierefreier Standort gefunden werden, der langfristig einen inklusiven und wirtschaftlichen Betrieb sicherstellt. Das ist eine Investition in den sozialen Zusammenhalt und in die Zukunft unserer Stadt.“
Die Pressemitteilung zum Antrag finden Sie hier.


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