Die rot-grünen Regierungsfraktionen stellen ab dem kommenden Schuljahr allen Grundschulen Hamburgs die Mittel für eine feste Schulbegleitungskraft zur Verfügung. Das sieht ein entsprechender Antrag vor, der am 15. Januar in der Bürgerschaft verabschiedet wird. Auf diese Weise sollen Schülerinnen und Schüler mit erhöhtem Unterstützungsbedarf optimal gefördert werden. Künftig sollen Grundschulen ganztägig flexibel und eigenständig ohne großen Verwaltungsaufwand auf eine Schulbegleitungskraft zurückgreifen und somit auch kurzfristige Bedarfe unkompliziert abdecken können. Die Anzahl der angeforderten Schulbegleitungen hat sich von 2011/12 (460 Fälle) bis 2016/17 (1.874 Fälle) in Hamburg erheblich erhöht.
Dazu Olaf Duge, schulpolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Mit unserem Antrag zur Schulbegleitung stellen wir den Grundschulen und vor allem den Schülerinnen und Schülern eine verlässliche Unterstützung zur Verfügung. Der Bedarf nach Schulbegleitung, als ein Baustein gelungener Inklusion, wurde zunehmend angefordert. Gut, dass wir diesem Bedarf nun nachkommen können.”
Dazu Barbara Duden, schulpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Wir haben seit 2011 die Zahl von bewilligten Schulbegleitungen mehr als verfünffacht. Von Eltern und von Schulen hören wir aber, dass es noch Engpässe gibt, weil nicht nur die Schülerschaft heterogener wird, sondern auch der Bedarf nach Schulbegleitung schwankt und ihr Einsatz daher flexibler gestaltet werden muss. Mit der neuen Möglichkeit, eine Schulbegleitung ganztätig nach den jeweiligen Bedarfen der Schülerinnen und Schüler einzusetzen, reagieren wir auf diese Hinweise und verbessern die Situation für die Betroffenen. Auch die Schulen werden entlastet, weil der Verwaltungsaufwand wesentlich reduziert wird. So bringen wir die Inklusion an Grundschulen noch einmal ein gutes Stück voran und schaffen die strukturellen Voraussetzungen für einen unkomplizierten Schulalltag für alle Kinder.“
Hintergrund:
Mit Einführung der Inklusion sind nicht nur die pädagogischen Aufgaben gewachsen, sondern auch die sozialen und organisatorischen Aufgaben an Schulen haben zugenommen. Das gilt besonders für die Schulbegleitung. Diese übernehmen in der Regel Hilfstätigkeiten, damit Schülerinnen und Schüler mit erhöhtem Unterstützungsbedarf die Anforderungen des Schulalltages bewältigen können. Schulbegleitungen sind somit eine notwendige Hilfe zur Teilnahme am schulischen Angebot. Insbesondere in Grundschulen besteht ein erhöhter Bedarf nach einer Schulbegleitung, da Schülerinnen und Schüler mit erhöhtem Unterstützungsbedarf im Grundschulalter gerade im Bereich von einfacheren Tätigkeiten des Alltags noch Unterstützung bedürfen, die sie in weiterführenden Schulen dann zumeist selbständig übernehmen können.


Neuste Artikel
Rechtspolitik
Jeder Femizid ist einer zu viel – Geschlechtsspezifische Gewalt bekämpfen, Selbstbestimmung von Frauen stärken
In ihrer heutigen Aktuellen Stunde debattiert die Hamburgische Bürgerschaft über Gewalt gegen Frauen. Das am 21. November vom Bundeskriminalamt veröffentlichte Lagebild verdeutlicht, dass auch im vergangenen Jahr die polizeilich erfasste Gewalt gegen Frauen weiter zugenommen hat. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen hatten das Thema unter dem Titel „Jeder Femizid ist einer zu viel: Geschlechtsspezifische…
Beteiligung
Abschaffung der Stabsstelle Bürgerräte – Kern: „Ein fatales Signal von Julia Klöckner“
Medienberichten zufolge plant Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die Stabsstelle für Bürgerräte im Bundestag aufzulösen, die 2022 von der damaligen Ampelregierung eingerichtet wurde. Die Grüne Fraktion Hamburg kritisiert dies als Rückschritt für die Beteiligung der Bürger*innen: Formate wie Bürgerräte sind eine sinnvolle Ergänzung zur parlamentarischen Arbeit und bieten die Chance, Akzeptanz zu schaffen und die Perspektiven der…
Rechtspolitik
Einfacherer Ausstieg aus Mietverträgen – Zagst: „Ein wichtiger Hamburger Vorstoß für gewaltbetroffene Frauen“
Hamburg geht beim Gewaltschutz von Frauen voran und setzt sich auf Bundesebene für eine schnellere, unkomplizierte Auflösung gemeinsamer Mietverträge bei Partnerschaftsgewalt ein. Bislang ist dafür ein langwieriges Gerichtsverfahren notwendig, das für gewaltbetroffene Frauen verlängertes Leid bedeutet. Die Grüne Fraktion zeigt sich hocherfreut darüber, dass der Senat diese wichtige Initiative, die auf einem Bürgerschaftsantrag der Regierungsfraktionen…
Ähnliche Artikel
Schule
Investieren in ein starkes Hamburg von morgen – Gerechte Chancen durch gute Bildung
Hamburg sorgt dafür, dass alle Schüler*innen von guter Bildung profitieren. Mit rund 3,8 Milliarden Euro jährlich im Haushalt 2025/26 investiert die Stadt so viel wie nie zuvor in den Bildungssektor. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen ergänzen den Haushalt mit Vorhaben in einem Volumen von rund 890.000 Euro pro Jahr und setzen damit Akzente im…
Schule
Rot-Grün startet Pilotprojekt – Kostenlose Menstruationsprodukte an Schulen
Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich in einem gemeinsamen Antrag dafür ein, Menstruationsprodukte an Schulen kostenlos zugänglich zu machen. Im Rahmen eines Pilotprojekts sollen dafür an 20 weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Hamburg Informationsangebote zur Periode sowie einfach zu bedienende Automaten mit Menstruationsprodukten zur Verfügung gestellt werden. Über den rot-grünen Antrag wird die Hamburgische…
Schule
Update für Hamburgs Schulen – Neue Bildungspläne legen Grundsätze des Lernens für die nächsten Jahre fest
Heute hat die Behörde für Schule und Berufsbildung die neuen Bildungspläne vorgestellt. Nachdem die Entwürfe im März dieses Jahres veröffentlicht worden waren, haben bildungspolitische Akteur*innen über 230 Stellungnahmen zu den Entwürfen eingereicht. In den letzten Monaten haben die rot-grünen Regierungsfraktionen und die Schulbehörde intensive Gespräche über die Weiterentwicklung der Entwürfe auf Basis der Rückmeldungen und…