Mit einem interfraktionellen Antrag wollen die Bürgerschaftsfraktionen von SPD, Grünen, CDU und Linken die Unterstützung von Volkspetitionen in Zukunft auch digital ermöglichen. Dazu sollen Machbarkeit und Kosten sowie die Einbindung einer digital gestützten Volkspetition in das digitale Serviceportal der Stadt von Verfassungs- und Bezirksausschuss sowie der Bürgerschaftskanzlei geprüft werden.
Dazu Farid Müller, Parlamentarischer Geschäftsführer und verfassungspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Hamburger Volkspetitionen sollen in Zukunft auch digital unterstützt werden können. Bürgerinnen und Bürger wollen nicht nur auf der Straße bei Wind und Wetter Petitionen gegenzeichnen, sondern sich auch in Ruhe und von zu Hause aus per Mausklick beteiligen und politische Lösungen diskutieren. Was in anderen Landtagen und im Bundestag bereits möglich ist, schaffen wir nun auch für unsere Volkspetition. Wir stellen uns eine Einbindung in das digitale Serviceportal der Stadt vor: So können wir Sicherheit gewährleisten und politische Teilhabe vereinfachen. Dafür müssen die gesetzlichen und technischen Weichen jetzt gestellt werden, denn wir wollen bereits einen Start zur kommenden Wahlperiode.“
Dazu Olaf Steinbiß, verfassungspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „In vielen Lebensbereichen hat die Digitalisierung neue Möglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger geschaffen. Daher ist es jetzt unsere Aufgabe, zu prüfen, ob auch in politischen Bereichen digitale Erleichterungen und neue Möglichkeiten anwendbar sind. Eine digital gestützte Volkspetition wäre zeitgemäß und eine echte Erleichterung für die politische Teilhabe. Daher sind wir froh, dass wir mit dem Antrag nun die rechtlichen und technischen Voraussetzungen im interfraktionellen Austausch ausloten können.“
Dazu André Trepoll, verfassungspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion: „Die Möglichkeit, Volkspetitionen online einzureichen, ist ein zeitgemäßer Umgang mit der direkten Demokratie. Wir ermöglichen es den Bürgern damit, sich leichter zu organisieren und ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen. Die Volkspetition bietet die Möglichkeit, das Parlament anzurufen. Damit wird das Parlament gestärkt. Hamburg muss verstärkt die Chancen der Digitalisierung nutzen und in der Verwaltung entschieden vorantreiben. Die Online-Volkspetition ist dazu ein erster Schritt, auch um dieses wichtige Angebot an die Bürger niedrigschwelliger zu gestalten.“
Dazu Deniz Celik, verfassungspolitischer Sprecher der Bürgerschaftsfraktion der LINKEN: „Um die Demokratie zu stärken, müssen wir die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger_innen erweitern. Online-Petition als eine digitale Partizipationsmöglichkeit bietet die Chance, dass sich mehr Menschen in unserer Stadt in die politische Diskussion einbringen und stärker an der Gestaltung des Gemeinwesens beteiligen. Die Möglichkeit Petitionen online zeichnen zu können, macht es einfacher Themen aus der Zivilgesellschaft auf die politische Agenda zu setzen und eine parlamentarische Befassung zu erwirken. Die stärkere Einbindung der Bürger_innen erhöht zugleich die Legitimität politischer Entscheidungen und Online-Petitionen können hierfür einen wichtigen Beitrag leisten“.


Neuste Artikel
Migration
Freiwilliges Engagement sichtbar würdigen – Rot-Grün unterstützt „Forum WIR“ am bundesweiten Ehrentag 2026
Freiwilliges Engagement für und mit Geflüchteten erfährt nicht immer die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die es verdient. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich daher für die Durchführung des Hamburger „Forum WIR“ im Rahmen des diesjährigen bundesweiten Ehrentags ein, an dem das freiwillige Engagement und dessen Bedeutung für Demokratie und Zusammenhalt gewürdigt wird (siehe Anlage)….
Bundesregierung Energiesicherheit Energiewende Erneuerbare Energien
Nordseegipfel – Leon Alam: „Der heute beschlossene Investitionspakt ist ein erster Schritt. Bei Absichtserklärungen darf es aber nicht bleiben.“
Heute fand in Hamburg der von der Bundesregierung ausgerichtete Nordseegipfel mit den Nordseeanrainerstaaten statt, bei dem es insbesondere um das Thema Energiesicherheit ging. Dazu Leon Alam, Landesvorsitzender der GRÜNEN Hamburg: „Die Energiewende ist weltweit in vollem Gang – und sie muss weitergehen. Gerade angesichts der unsicheren geopolitischen Lage, in der sich Deutschland und Europa befinden,…
Fraktionsvorstand
Nordsee-Gipfel im Rathaus – Gwosdz: „Europa wird gehört, wenn es mit einer Stimme spricht“
Der heutige Nordsee-Gipfel im Hamburger Rathaus steht im Zeichen des gemeinsamen Ausbaus der Windkraft auf hoher See. Offshore-Windenergie ist ein wichtiger Baustein für eine Energiewende, die Europa unabhängig macht von fossiler Energie aus autoritären Staaten und zugleich zentral für den Klimaschutz ist. Der auf dem Gipfel beschlossene Investitionspakt für Windenergie bietet dafür eine Chance. Dazu…
Ähnliche Artikel
Verfassung
Bürgerschaftswahl 2025 – Zentrale Briefwahlstelle für höhere Wahlbeteiligung
Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen planen für die Bürgerschaftswahl 2025 die Einrichtung einer zentralen Briefwahlstelle. Damit soll die Wahlbeteiligung erhöht und die Briefwahl erleichtert werden. Schon bei der Bürgerschaftswahl im Jahr 2020 hatten Wählende in Hamburg die Möglichkeit in einer zentralen Wahldienststelle am Gerhart-Hauptmann-Platz ihre Briefwahlunterlagen zu beantragen und ihren Stimmzettel direkt vor Ort…
Verfassung
Karlsruhe-Urteil zur NPD-Finanzierung – Zagst: „Die Schutzmechanismen der wehrhaften Demokratie funktionieren“
Das Bundesverfassungsgericht hat heute den Ausschluss der NPD, die sich inzwischen „Die Heimat“ nennt, aus der staatlichen Teilfinanzierung bestätigt. Die Grüne Fraktion Hamburg begrüßt die wegweisende Entscheidung aus Karlsruhe. Das Urteil hat nicht nur Auswirkungen auf die staatliche Teilfinanzierung der rechtsextremen Partei. Es führt auch dazu, dass steuerliche Begünstigungen wegfallen, etwa bei Schenkungen und Spenden…
Justiz
Am Hamburgischen Verfassungsgericht – Rot-Grün senkt Mindestalter für Richter*innen
Richter*in am Hamburgischen Verfassungsgericht können bisher nur Menschen werden, die mindestens 40 Jahre alt sind. Hamburg hat damit im bundesweiten Vergleich ein relativ hohes passives Wahlalter für dieses Amt. Um künftig auch jüngere Verfassungsrichter*innen für eine solch wichtige Aufgabe gewinnen zu können, setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen für eine Senkung des Wahlalters…