Dies sieht ein entsprechender Antrag von SPD und Grünen vor, über den in der nächsten Bürgerschaftssitzung am 11. September abgestimmt wird. Lärmschutzwände werden immer wieder Ziel von Schmierereien, obwohl die großen Flächen das Potential für eine künstlerische Nutzung bereithalten.
Dazu Martin Bill, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Lärmschutzwände sind zweckmäßig, meistens betongrau und naturgemäß wenig hübsch. Damit sie nicht nur den Lärm dämmen, sondern auch etwas fürs Auge bieten, möchten wir aktiv Pilotprojekte fördern, die sich um die Verschönerung der Lärmschutzwände kümmern – entweder mit Begrünungsmaßnahmen oder mit anspruchsvoll gestalteter Graffiti-Kunst. Ein gutes Beispiel, wie so etwas aussehen kann, ist das 130 Meter lange und sechs Meter breite Wandgemälde des Hamburger Street-Art-Künstlers Rebelzer an der neuen U-Bahn-Werkstatt und Waschanlage in Billstedt. In minimalistischer Art hat Rebelzer dort 66 großflächige frech-fröhliche Freaks erschaffen. Solche Graffiti-Kunst hilft gegen das triste Grau und dämmt ungewollte Bemalungen ein. So können sich Graffiti-Künstlerinnen und Künstler legal entfalten und alle anderen können sich daran erfreuen.“
Dazu Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Durch den Bau von Lärmschutzwänden wird die Lebensqualität von Anwohnerinnen und Anwohnern an Schienenstrecken deutlich verbessert. Daher ist es gut, dass wir in der Stadt an vielen Stellen Lärmschutzwände errichten. Gleichzeitig prägen diese aber auch das Stadtbild und sind in vielen Fällen von Anfang an das Ziel von Schmierereien, was gerade an Bahnstationen von vielen Fahrgästen als störend empfunden wird. Zu einem guten ÖPNV gehört auch ein attraktives Erscheinungsbild. Wir wollen daher gezielt einzelne Lärmschutzflächen unter anderem für die vielfältige Graffiti-Kunst oder auch Begrünungsmaßnahmen nutzen. Lärmschutzwände können so neue Orte der Kunst oder der Stadtnatur werden. Aufgrund der besonderen Lage der Wände unmittelbar an Schienenstrecken ist das ein sehr anspruchsvolles Vorhaben. Ein entsprechendes Konzept soll dafür sorgen, dass örtliche Akteure sowie ein breites Spektrum an Kunst berücksichtigt werden können. Bei neuen Lärmschutzprojekten soll zudem geprüft werden, wie diese schon vor der Endmontage künstlerisch gestaltet werden können.“


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