Menschen mit einem Dringlichkeitsschein haben es häufig besonders schwer, eine Wohnung zu finden. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen daher den Neubau sogenannter WA-Wohnungen beschleunigen, die sich gezielt an vordringlich Wohnungssuchende richten. Bestehende Förderinstrumente sollen ausgeweitet und private Wohnungsunternehmen stärker für die Bereitstellung dieser Wohnungen gewonnen werden (siehe Anlage). Über den rot-grünen Antrag wird in der Bürgerschaftssitzung am 2. September entschieden.
Dazu Leon Alam, Sprecher für Bauen, Mieten und Wohnen der Grünen Fraktion Hamburg: „Wohnen ist ein Grundrecht. Niemand darf dauerhaft ohne Perspektive auf eine Wohnung bleiben. Obwohl Hamburg bundesweite Spitze beim Wohnungsbau ist, bleibt der Markt weiter angespannt – und das gilt insbesondere für Menschen mit einem Dringlichkeitsschein. Diese Menschen brauchen unsere besondere Unterstützung. Mit unserem Antrag wollen wir deshalb in Hamburg mehr sogenannte WA-Wohnungen schaffen, Fördermöglichkeiten erweitern und auch private, vorzugsweise gemeinwohlorientierte Wohnungsunternehmen dafür gewinnen, Verantwortung in diesem Bereich zu übernehmen. Die Erfahrungen zeigen, dass WA-Wohnungen mit guter Begleitung langfristig stabile Mietverhältnisse ermöglichen. Deshalb setzen wir auf den Abbau von Vorurteilen, enge Zusammenarbeit mit den Wohnungsunternehmen und innovative Konzepte wie ‚In Zukunft Wohnen‘, die den Übergang von der Unterbringung in dauerhaftes Wohnen erleichtern. Unser Ziel ist klar: Jeder Mensch in Hamburg soll die Chance auf ein sicheres Zuhause haben. Deshalb investieren wir weiter in bezahlbaren Wohnraum und stärken gezielt die Versorgung derjenigen, die auf dem Wohnungsmarkt die größten Hürden überwinden müssen.“
Dazu Martina Koeppen, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg: „Hamburgs Sozialwohnungsbestand ist stabil und kann weiter anwachsen. In den letzten Jahren sind die Bewilligungszahlen in diesem Segment bereits angezogen. Das ist ein gutes Signal, denn Mangel an bezahlbarem Wohnraum trifft die Schwächsten zuerst. Daher gilt: Wer einen Dringlichkeitsschein hat, braucht eine echte Chance auf eine passende Wohnung. Mit unserem Antrag verbessern wir nun nochmal die Rahmenbedingungen, um den Bau von Wohnungen für Menschen mit besonderem Wohnungsbedarf zu beschleunigen. Wir stärken die Rolle von SAGA und Fördern & Wohnen und gewinnen auch private Wohnungsunternehmen stärker für diese Aufgabe. Gleichzeitig bauen wir Hürden ab, informieren besser über Fördermöglichkeiten und schaffen Anreize für mehr langfristig gebundenen Wohnraum. So sorgen wir dafür, dass mehr Menschen schneller den Weg aus der Wohnungslosigkeit in ein eigenes Zuhause finden.“
Hintergrund:
WA-Wohnungen sind Wohnungen für Menschen mit einem Dringlichkeitsschein. Sie unterliegen besonderen Belegungsbindungen und werden bevorzugt an Menschen vergeben, die beispielsweise obdachlos sind, in öffentlich-rechtlicher Unterbringung leben oder aufgrund ihrer Wohnsituation dringend Unterstützung benötigen, etwa weil ihre Wohnung zu klein, stark sanierungsbedürftig oder gesundheitlich belastend ist.
Den Antrag zur Pressemitteilung finden Sie hier.


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