Im Rahmen der vergangenen Haushaltsberatungen haben die Regierungsfraktionen die kostenlose Ferienbetreuung für Kinder beschlossen, die Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz beziehen. Bis zum vergangenen Jahr mussten auch Familien mit Anspruch auf diese Leistungen für die Ferienbetreuung hinzuzahlen. Das Problem: Nur wenige von ihnen konnten es sich leisten, ihre Kinder in die Ferienbetreuung zu schicken oder ihnen andere Freizeitangebote zu machen. So verbrachten viele Schülerinnen und Schüler die Ferien mit nur wenig Bildungsanregung oder Erlebnissen außerhalb des sonstigen Lebensbereichs. Aus dem nun vorgelegten Senatsbericht geht hervor, dass das kostenlose Freizeitangebot ein voller Erfolg ist: 91 Prozent mehr Kinder als im Vorjahr nehmen an den Angeboten teil. Insgesamt kam es 7.354 Hamburger Schülerinnen und Schülern zu Gute.
Dazu Stefanie von Berg, bildungspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die hohe Teilnahmequote macht deutlich, wie nötig das Angebot ist. Forschungen zeigen, dass Kinder ihre unterschiedlichen Kompetenzen besonders gut ausbauen können, wenn sie in den Sommermonaten auch anregende und spannende Zeiten in sportlichen, kulturellen oder sozialen Zusammenhängen erleben. Kinder wiederum, die ohne externe Eindrücke zuhause bleiben, haben es da schwerer. Wenn wir die Abhängigkeit zwischen Lernerfolg und sozialer Herkunft minimieren wollen, müssen wir auch die Ferien in den Blick nehmen. Dass diese Maßnahme so schnell und so deutlich wirkt, ist ein wichtiger Schritt zu mehr sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe. Ich danke den Schulen für die schnelle Umsetzung dieses Angebots.“
Dazu Barbara Duden, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion: „Ich freue ich mich sehr, dass sich die Teilnahmequoten innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt haben. Es war und ist unser erklärtes Ziel, gerade auch Kinder aus sozial benachteiligten Familien für das Betreuungsangebot in den Ferien zu gewinnen. Deshalb hatten wir im Zuge der letzten Haushaltsberatungen beschlossen, die Ferienbetreuung für Kinder aus Familien mit SGB-II-Bezug kostenlos zu stellen. Neben Bildungsangeboten können die Kinder in der Ferienzeit auch vielfältige Aktivitäten im Bereich Sport und Kultur unternehmen, die damit verbundenen Anregungen und hierdurch gewonnenen Eindrücke können sich positiv auf die persönliche und schulische Entwicklung der Kinder auswirken.“
Hintergrund:
Die vielfältigen Angebote des Ganztags und der Ferienbetreuung an Hamburgs Schulen kamen in erster Linie jenen Familien zugute, in denen die Eltern berufsbedingt zumindest teilweise auf eine Betreuung ihrer Kinder während der Schulzeit angewiesen sind. Gleichzeitig bieten sie für viele Kinder aber auch die einzige Möglichkeit – oder zumindest eine wesentliche und verlässliche Ergänzung – bei der Wahrnehmung und Teilhabe an sportlichen und kulturellen Aktivitäten, Bildungsangeboten und des sozialen Austauschs. Darüber hinaus stellen die Angebote einen wichtigen Baustein bei der Integration und beim Spracherwerb zugewanderter Schülerinnen und Schüler dar. Um Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien besser fördern zu können, werden seit Beginn des Jahres sechs Wochen kostenloser Ferienbetreuung angeboten.


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