Die Hamburgische Bürgerschaft debattiert in ihrer heutigen Sitzung den neuen Medienstaatsvertrag (MStV). Er löst den bisherigen Rundfunkstaatsvertrag ab und passt die Regelungen des Medienrechts an die aktuellen Herausforderungen an. Nachdem er bereits im Dezember 2019 von den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder verabschiedet wurde, muss er für das Inkrafttreten in allen Bundesländern von den Landesparlamenten bestätigt werden.
Dazu Farid Müller, medienpolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Der Medienstaatsvertrag schafft endlich eine medienrechtliche Grundlage zur Regulierung der großen Online-Plattformen wie Google, Facebook und YouTube. Das Ziel muss dabei sein, unsere Medienvielfalt zu erhalten und die Meinungsmacht von nicht-journalistischen Plattformen einzuhegen. Hier geht es jetzt in Hamburg – immerhin Deutschland-Standort von Google, Facebook und Instagram – um die Umsetzung. Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder haben diese Aufgabe den Landesmedienanstalten zugewiesen. Hamburg ist wegen des Standortprinzips zwar für diese großen Plattformen zuständig, mit einer der kleineren Landesmedienanstalten angesichts dieser Aufgabe aber personell und finanziell auf Unterstützung angewiesen. Daher freue ich mich, dass der Direktor der Medienanstalt Hamburg-Schleswig-Holstein zu dieser Frage bereits ein Konzept zur Kooperation aller Landesmedienanstalten erarbeitet.“
Dazu Hansjörg Schmidt, medienpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Der Medienstaatsvertrag wird die Medienordnung aus der analogen in die digitale Zeit überführen. Er schafft erstmals einen gemeinsamen Rechtsrahmen für Medien- und Digitalunternehmen und ebnet nicht mehr zeitgemäße Barrieren aus der analogen Zeit ein. Dass dieser Vertrag jetzt vorliegt, geht maßgeblich auf eine Initiative Hamburgs zurück. Ein entscheidender Punkt des Vertrages ist die Regulierung der Online-Plattformen, die künftig über Auswahl, Zusammenstellung und Präsentation von Informationsangeboten Transparenz herstellen müssen. Für Nutzerinnen oder Nutzer von Facebook, YouTube und anderen Plattformen ist das wichtig, denn nur so lässt sich erkennen, ob sie eine breite Auswahl von Informationsquellen bekommen oder die Plattform nur bestimmte Informationsquellen ausspielt. Vor dem Hintergrund der starken Verbreitung von Verschwörungstheorien und Fake News ist das ein wichtiger Hebel zur Absicherung des demokratischen Diskurses.“


Neuste Artikel
Gesundheit
Aktuelle Stunde zu psychischer Gesundheit – Görg: „Wir dürfen die Menschen mit ihrer Erkrankung nicht allein lassen“
Die Zahl der psychisch erkrankten Menschen in Deutschland nimmt seit Jahren zu. In Hamburg zeigt sich insbesondere bei Depressionen ein deutlicher Anstieg, wie eine neue Studie der Barmer-Krankenkasse zeigt. Anlässlich der laufenden Aktionswoche der seelischen Gesundheit macht die Grüne Fraktion in der Bürgerschaft deutlich, wie die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen verbessert werden kann,…
Fraktionsvorstand
Aktuelle Stunde – Gwosdz: „Wir arbeiten gemeinsam an einer guten Lösung für Hamburg“
Die Hamburgische Bürgerschaft debattiert in ihrer heutigen Sitzung über ein mögliches Naturkundemuseum. Die Grüne Fraktion hat bereits Anfang der Woche klargemacht, dass sie sich für die Umsetzung des Staatsvertrags und eine gute Lösung für Hamburg einsetzt. Dass die CDU-Fraktion keine eigenen Inhalte für ihre eigene Debatte anmeldet, sagt viel über den programmatischen Zustand der Hamburger…
Fraktionsvorstand
Feierstunde zum Jubiläum – Imhof: „80 Jahre Bürgerschaft sind ein Auftrag, die Demokratie zu schützen“
Heute feiert die Hamburgische Bürgerschaft ihr 80-jähriges Bestehen. Für die Grüne Fraktion ist dieses Jubiläum Anlass, die erfolgreiche Geschichte des Parlamentarismus in Hamburg zu würdigen. Zugleich geht von den Feierlichkeiten auch der klare Auftrag aus: Die Demokratie und ihre Institutionen sind keine Selbstverständlichkeit und müssen aktiv geschützt werden. Dazu Sina Imhof, Vorsitzende der Grünen Fraktion…
Ähnliche Artikel
Medien
Sicherung der Medienvielfalt – Rot-Grün für Medienabgabe großer Online-Plattformen
Freie und vielfältige Medien geraten durch die Marktmacht weniger internationaler Online-Plattformen zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich daher auf Bundesebene für eine rechtssichere und wirtschaftlich tragfähige Abgabe für große Online-Plattformen ein, die in erheblichem Umfang Medieninhalte nutzen. Plattformbetreiber*innen sollen damit angemessen an der Finanzierung der medialen Infrastruktur beteiligt und…
Medien
Meinungsvielfalt schützen – Rot-Grün setzt sich für moderne Medienregeln ein
Medienvielfalt ist ein wichtiger Pfeiler für eine lebendige und stabile Demokratie. Mit einem gemeinsamen Antrag setzen sich die Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen daher für eine tiefgreifende Reform des Medienkonzentrationsrechts innerhalb der aktuellen Vertrags- und Rechtslage ein. Ziel ist es, die crossmediale Markmacht einzelner Konzerne zukünftig zu messen und zu bewerten. Damit wird die demokratische…
Medien
Aktuelle Stunde – Müller: „Hamburg steht den Beschäftigten von Gruner+Jahr zur Seite“
Die Hamburgische Bürgerschaft debattiert in ihrer heutigen Aktuellen Stunde das Thema „Bitterer Ausverkauf von Gruner+Jahr: RTL und Bertelsmann mangelt es an gesellschaftlicher Verantwortung und Respekt gegenüber ihren Beschäftigten“. Die vergangene Woche verkündete Entscheidung des RTL-Konzerns, 500 Beschäftigte des ehemaligen Verlags G+J zu entlassen, hat die Hamburger Stadtgesellschaft erschüttert. Die Grüne Fraktion Hamburg kritisiert diesen Schritt…