Zum heutigen Tag des Gedenkens an die Zerstörungen der Reichspogromnacht am 9. November 1938 startet in Hamburg die Kampagne „Nein, zu Antisemitismus. Ja, zur Bornplatzsynagoge“. Bis zum 27. Januar 2021 können alle Hamburger*innen einen entsprechenden Aufruf für den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge unterschreiben. Ziel ist es, 100.000 Unterschriften zusammenzubekommen. Bereits Anfang des Jahres wurde in der Bürgerschaft ein interfraktioneller Antrag zum Wiederaufbau der Synagoge auf Anregung der Rot-Grünen Regierungsfraktionen beschlossen. Damit wurde auch eine Machbarkeitsstudie ermöglicht, deren Ergebnisse im Laufe des kommenden Jahres vorliegen soll. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion begrüßt die Initiative ausdrücklich und ruft zur Unterstützung auf.
Dazu Michael Gwosdz, religionspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Im kommenden Jahr feiern wir 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Damit dies auch wieder im Herzen unserer Stadt Hamburg sichtbar wird, ist der Wiederaufbau der Synagoge am Bornplatz genau der richtige Schritt. Doch damit jüdisches Leben wieder ganz selbstverständlich in Sicherheit und Frieden stattfinden kann, müssen wir gemeinsam jede Form des Antisemitismus in die Schranken weisen. Wir haben jede Menge Platz für jüdisches Leben in Hamburg, aber keinen Raum für Antisemitismus.“
Dazu Filiz Demirel, Sprecherin für Antisemitismus der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Antisemitismus ist nicht nur ein Angriff auf jüdisches Leben, sondern auch ein Angriff auf uns alle und auf unsere Demokratie. Seit Jahrhunderten gehört das jüdische Leben untrennbar zu unserer Gesellschaft. Es ist wichtig, dass wir darüber nicht nur im Kontext von antisemitischen Anschlägen oder Vorfällen sprechen, sondern auch endlich in einem ausschließlich positiven Kontext. Der Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge ist keine Symbolik. Es ist unsere historische Verantwortung dafür zu sorgen, dass jüdisches Leben in Hamburg wieder sichtbarer wird.“


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