In Zeiten steigender Betriebskosten und wachsender wirtschaftlicher Belastungen kämpfen auch in Hamburg und der Metropolregion immer mehr Apotheken ums Überleben. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen ersuchen den Hamburger Senat daher, sich auf Bundesebene für eine Anpassung der Apothekenhonorare sowie Maßnahmen zur Sicherung der Arzneimittelversorgung einzusetzen. So sollen etwa alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Apotheken bei der Vorfinanzierung von hochpreisigen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zu entlasten und das Haftungsrisiko bei der Insolvenz eines Herstellers auf die Krankenversicherungen zu übertragen. Einen entsprechenden Antrag bringen die rot-grünen Regierungsfraktionen zur nächsten Bürgerschaftssitzung am 26. Februar ein.
Dazu Lisa Kern, verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Hamburg: „Apotheken sind ein essenzieller Bestandteil der gesundheitlichen Daseinsvorsorge. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Prävention, zur Gesundheitsversorgung und zur Therapie – insbesondere durch ihre persönliche und kompetente Beratung vor Ort. Gerade diese Stärke gilt es zu bewahren und gezielt zu fördern. Die Herausforderungen für Apotheken sind jedoch groß: Allgemeine Preissteigerungen, wachsende Personalkosten und Honorare auf dem Niveau von vor 20 Jahren setzen ihnen zu. Hinzu kommen branchenspezifische Probleme wie die Vorfinanzierung teurer Medikamente, die durch Retaxationen der Krankenkassen – also die nachträgliche Kürzung oder Verweigerung der Erstattung – und das Haftungsrisiko im Insolvenzfall eines Herstellers verschärft werden. Mit unserem Antrag fordern wir, dass Hamburg sich im Bundesrat für eine Anhebung der Apothekenhonorare einsetzt und eine bundesweite Lösung zur Entlastung bei der Vorfinanzierung hochpreisiger Medikamente findet. Außerdem soll geprüft werden, ob das Haftungsrisiko im Insolvenzfall eines Herstellers auf die Krankenkassen übertragen werden kann. Diese Maßnahmen würden nicht nur den Apotheken in Hamburg zugutekommen, sondern auch denjenigen in ländlichen Regionen, die von den aktuellen Entwicklungen besonders betroffen sind.“
Dazu Sarah Timmann, verbraucherschutzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg: „Apotheken sind ein unverzichtbarer Teil unserer Gesundheitsversorgung: Neben der flächendeckenden Arzneimittelversorgung sichern sie Arzneimitteltherapien und übernehmen in Krisenzeiten lebensrettende Aufgaben. Doch steigende Personalkosten, Lieferengpässe und Honorare, die mittlerweile auf das Niveau von vor 20 Jahren abgesunken sind, setzen die Apotheken zunehmend unter Druck. Es darf nicht sein, dass die Apotheken bei stagnierenden Honoraren das Risiko bei Herstellerinsolvenzen alleine schultern müssen und schließlich durch die Vorfinanzierung von hochpreisigen Medikamenten in existenzielle Nöte geraten. Auch eine Kostenübernahmegarantie durch die Krankenkassen gibt es nicht. Dies führt dazu, dass immer mehr Apotheken bestimmte teure Medikamente nicht mehr vorrätig halten – mit gravierenden Folgen für die Patient:innen. Hier müssen wir alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Apotheken zu entlasten und ihre Existenz zu sichern. Klar ist: Mit jeder Apotheke, die schließen muss, geht nicht nur ein wichtiger Gesundheitsdienstleister verloren, sondern auch eine Anlaufstelle für persönliche Beratung und Unterstützung. Gesundheit darf keine Frage von Standort oder finanzieller Ausstattung sein. Wir erwarten, dass der Bund hier schnell handelt, um die Arzneimittelversorgung nachhaltig zu sichern.“
Den Antrag zur Pressemitteilung finden Sie hier.


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