Freiwilliges Engagement

Nach Anmelderückgang – Neuer Schwung für die Jugendfreiwilligendienste

Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen sprechen sich mit einem gemeinsamen Antrag dafür aus, die Jugendfreiwilligendienste stärker zu bewerben (siehe Anlage). Eine öffentlichkeitswirksame Kampagne soll helfen, die zuletzt im Zuge der Corona-Pandemie zurückgegangene Anzahl der Bewerbungen für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) wieder zu erhöhen. Dazu sollen auch die Bonusangebote der Hamburger Engagementcard auf Engagierte in Jugendfreiwilligendiensten ausgeweitet werden. Rot-Grün will sich im Bund außerdem für eine bessere Bezahlung der Freiwilligenarbeit und Teilzeitoptionen einsetzen. Darüber hinaus soll auch geprüft werden, inwiefern Geflüchtete bei der Übernahme eines Freiwilligendienstes unterstützt werden können. Vorbild ist hier das von 2016 bis 2018 durchgeführte Bundesprogramm „Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug“, in dessen Rahmen etwa Intensivsprachkurse angeboten wurden. Über den rot-grünen Antrag wird die Hamburgische Bürgerschaft am 18. Januar abstimmen.

Dazu Yusuf Uzundag, Sprecher für freiwilliges Engagement der Grünen Fraktion Hamburg: „Freiwilliges Engagement stärkt den Zusammenhalt und die Stabilität unserer Gesellschaft. Zugleich bieten Freiwilligendienste jungen Menschen die Möglichkeit, in sicherem Umfeld Verantwortung zu tragen und sich persönlich zu entwickeln. Bedauerlicherweise ist die Zahl der Menschen, die ein FSJ oder ein FÖJ absolvieren, während der Pandemie gesunken. Seitdem gab es keine Trendumkehr. Um dem entgegenzuwirken, wollen wir mit einer starken, öffentlichkeitswirksamen Kampagne für das freiwillige Jahr begeistern. In Hamburg gibt es schließlich eine Vielzahl an professionellen Trägern und spannenden Aufgaben. Die Kampagne soll über diese bestehenden Angebote informieren und die Vorteile für junge Menschen herausstellen. Mir ist es dabei ein besonderes Anliegen, dass gerade Menschen mit Migrationsgeschichte mit freiwilligem Engagement in Berührung kommen. Darüber hinaus nehmen wir mit unserem Antrag die Lebensverhältnisse der Engagierten stärker in den Blick. Die derzeitige Krise macht den Alltag der Freiwilligen deutlich teurer. Viele wünschen sich zudem flexible Arbeitszeiten. Aus diesem Grund machen wir uns dafür stark, dass der Bund das sogenannte Taschengeld erhöht und Möglichkeiten von Teilzeitarbeit schafft. Das Engagement in unserer Gesellschaft wird gestärkt, wenn jeder Freiwillige gut von seiner Tätigkeit leben kann.“

Dazu Ali Simsek, Experte für Freiwilliges Engagement der SPD-Fraktion Hamburg: „Die Jugendfreiwilligendienste bieten insbesondere nach der Schulzeit eine erste Orientierung. Viele junge Erwachsene gewinnen hier Einblicke und Erfahrungen, die ihnen auch dabei helfen, Weichen für das Berufsleben zu stellen. Der Jugendfreiwilligendienst vermittelt durch Betreuung und Weiterbildung zudem wichtige Grundlagenkenntnisse über Politik und Gesellschaft. All das macht den freiwilligen Gesellschaftsdienst zu einem wertvollen Angebot, das es zu erhalten gilt. In der Pandemie sind die Anmeldezahlen leider zurückgegangen. Hier wollen wir nun ansetzen und Starthilfe geben, indem wir das Freiwilligenjahr attraktiver gestalten. Von den geplanten Verbesserungen profitieren nicht zuletzt auch die Hamburger Träger der Freiwilligendienste. Neben einer verstärkten Information über das Angebot gehört für uns dazu auch, die Vergütung des Dienstes zu verbessern und darauf hinzuwirken, dass Teilzeitoptionen möglich werden. Dafür werden wir uns auf Bundesebene einsetzen. In Hamburg wollen wir das Bonusprogramm, das derzeit für die Engagementcard erarbeitet wird, öffnen. Das ist eine weitere Anerkennung für das Engagement der jungen Menschen, die sich in den Freiwilligendiensten engagieren.“

Weitere Informationen

Alle Informationen zum Freiwilligenjahr in Hamburg finden sich auf der Themenseite von Hamburg.de.

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